Werden in DeutschA2
Nutze Werden, das zentrale deutsche Verb, um Zukunft, Passivformen und weitere Anwendungen zu verstehen. Praktische Beispiele und Übungen.
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Prerequisites
Bedeutungen
Werden hat mehrere Kernbedeutungen im Deutschen. Es beschreibt zuerst eine Verwandlung oder einen neuen Zustand, wie in er wird Arzt. Als Hilfsverb bildet es außerdem das Futur und erscheint im Passiv, weshalb die genaue Bedeutung stark vom Zusammenhang abhängt. Für die Zeitformen sind Präsens und Präteritum besonders wichtig, und die Hilfsverbfunktion knüpft an Hilfsverben an.
| Bedeutung | Erläuterung | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| werden bezeichnet den Übergang in einen neuen Zustand. | |||
| werden hilft beim Bilden der Zukunft. | |||
| werden markiert das Vorgangspassiv. | |||
| es wird beschreibt eine allgemeine Veränderung. | |||
| werden beschreibt eine Entwicklung zu einer Rolle. |
Präsens
Im Präsens konjugiert sich werden als regelmäßiges Hilfsverb mit Stammwechsel in der zweiten und dritten Person Singular. Die Formen sind wichtig für Gegenwart, Futur und Passiv. In Kombination mit Futur I und Konjunktiv I erscheint dieselbe Grundform in sehr unterschiedlichen Funktionen.
| Person | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| ich | |||
| du | |||
| er sie es | |||
| wir | |||
| ihr | |||
| sie Sie |
Präteritum
Das Präteritum von werden lautet im Singular wurde und im Plural wurden. Diese Formen erscheinen häufig in Erzählungen, Berichten und in der indirekten Rede mit Konjunktiv I oder Konjunktiv II. Im Passiv ist Präteritum besonders häufig, weil es Vorgänge in der Vergangenheit knapp beschreibt.
| Person | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| ich | |||
| du | |||
| er sie es | |||
| wir | |||
| ihr | |||
| sie Sie |
Perfekt
Das Perfekt von werden bildet man mit sein und dem Partizip II geworden. Diese Form beschreibt eine abgeschlossene Veränderung oder Entwicklung in der Vergangenheit. Im Gegensatz dazu steht im Passiv oft worden, weshalb die Unterscheidung zwischen Zustand und Vorgang wichtig ist.
| Person | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| ich | |||
| du | |||
| er sie es | |||
| wir | |||
| ihr | |||
| sie Sie |
Plusquamperfekt
Das Plusquamperfekt bildet man mit war und geworden. Es zeigt eine Veränderung an, die vor einem anderen vergangenen Zeitpunkt abgeschlossen war. Diese Form wird vor allem in erzählenden Kontexten und bei Rückbezügen innerhalb der Vergangenheit gebraucht.
| Person | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| ich | |||
| du | |||
| er sie es | |||
| wir | |||
| ihr | |||
| sie Sie |
Futur I
Das Futur I bildet man mit werden und dem Infinitiv des Vollverbs. Bei werden selbst entsteht die Form werde werden, wirst werden und so weiter, weil das Hilfsverb seine Zukunftsbedeutung mit der Infinitivform verbindet. Im Alltag ersetzt das Präsens mit Zeitangabe das Futur oft, doch die Futurform bleibt für Vorhersagen und Absichten wichtig.
| Person | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| ich | |||
| du | |||
| er sie es | |||
| wir | |||
| ihr | |||
| sie Sie |
Futur II
Das Futur II von werden bildet man mit werden, dem Partizip II geworden und sein. Es beschreibt einen Zeitpunkt, bis zu dem eine Veränderung abgeschlossen sein wird. Diese Form ist seltener als das Futur I und erscheint vor allem in formellen oder analytischen Kontexten.
| Person | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| ich | |||
| du | |||
| er sie es | |||
| wir | |||
| ihr | |||
| sie Sie |
Konjunktiv I
Der Konjunktiv I von werden ist besonders wichtig für die indirekte Rede. Seine Formen lauten ich werde, du werdest, er werde, wir werden, ihr werdet und sie werden. Weil einige Formen mit dem Indikativ zusammenfallen, weichen Sprecher oft auf Konjunktiv II oder würde aus.
| Person | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| ich | |||
| du | |||
| er sie es | |||
| wir | |||
| ihr | |||
| sie |
Konjunktiv II
Der Konjunktiv II von werden lautet ich würde, du würdest, er würde, wir würden, ihr würdet und sie würden. Diese Form dient vor allem als Ersatz für nicht gut unterscheidbare Konjunktiv I Formen und als höfliche oder hypothetische Form. Mit einem Infinitiv danach entsteht die würde Form, die im heutigen Deutsch sehr häufig ist.
| Person | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| ich | |||
| du | |||
| er sie es | |||
| wir | |||
| ihr | |||
| sie Sie |
Partizipien
Das Partizip I lautet werdend und beschreibt einen Vorgang im Verlauf. Das Partizip II lautet geworden, im Perfekt von werden, und worden im Passiv. Die Nominalisierung das Werden bezeichnet den Prozess des Entstehens oder der Veränderung.
| Form | Wort | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| Partizip I | |||
| Partizip II | |||
| Partizip II im Passiv | |||
| Nominalisierung |
Passiv
Im Vorgangspassiv steht werden mit dem Partizip II des Vollverbs, im Zustandspassiv steht sein mit dem Partizip II. Das Perfekt des Passivs verwendet häufig worden, während geworden die abgeschlossene Entwicklung mit werden selbst ausdrückt. Für die Unterscheidung von Aktiv und Passiv ist Aktiv oder Passiv besonders hilfreich, und die genaue Gegenüberstellung gehört auch zu Vorgangspassiv und Zustandspassiv.
| Art | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| Vorgangspassiv | |||
| Vorgangspassiv Vergangenheit | |||
| Zustandspassiv | |||
| Passiv Perfekt |
Konstruktionen
Werden erscheint auch in festen und häufigen Verbindungen, die über die reine Hilfsverbfunktion hinausgehen. Mit zu und Dativ beschreibt es eine Entwicklung in eine Rolle oder Bedeutung, mit Infinitiv bildet es das Futur, und in unpersönlichen Sätzen markiert es eine allgemeine Veränderung der Situation. Solche Verbindungen helfen dabei, werden als Verb der Entwicklung, der Zeit und des Geschehens sicher zu erkennen.
| Konstruktion | Bedeutung | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| werden zu + Dativ | eine Entwicklung in etwas hinein | ||
| werden + Infinitiv | Futurbildung | ||
| es wird dunkel | es beschreibt eine einsetzende Veränderung | ||
| es wird Zeit | es drückt Dringlichkeit aus | ||
| er wird Arzt | Beruf oder Verwandlung |
Gebrauch
Werden verbindet die Bedeutung von Veränderung mit seiner Rolle als Hilfsverb und erklärt deshalb einen großen Teil des deutschen Tempus und Passivsystems. Im Alltag ist das Präsens mit Zeitangabe oft natürlicher als das Futur, und im Berichtsstil dominiert bei Indirektheit oft der Konjunktiv I mit Ausweichformen. Wer werden in seinen Formen, Partizipien und Konstruktionen sicher beherrscht, erkennt damit zentrale Strukturen der deutschen Grammatik.