Konjunktiv I in DeutschB1
Lerne den Konjunktiv I: Bildung, Formen und typische Redewendungen in der indirekten Rede. Übe mit Beispielsätzen und erkenne häufige Fehlerquellen.
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Prerequisites
Gebrauch
Der Konjunktiv I dient vor allem der indirekten Rede, also der Wiedergabe von Aussagen, Berichten und Behauptungen in distanzierter Form. Er steht häufig nach Verben des Sagens und Meinens wie sagen, berichten, behaupten und erklären sowie nach Hörensagen Ausdrücken wie angeblich, offenbar, laut und es heißt. In der Presse und in wissenschaftlichen Texten zeigt er, dass eine Aussage nicht als eigene Feststellung übernommen wird, sondern als fremde Information erscheint. Dadurch kann er zugleich neutrale Distanz und vorsichtige Zweifel ausdrücken.
Präsensformen
Im Präsens bildet der Konjunktiv I den Stamm des Verbs mit den Endungen e, est, e, en, et, en. Bei vielen Verben unterscheidet sich die du Form selten von der Alltagssprache, und im gesprochenen Deutsch wird oft der Indikativ verwendet. Für die indirekte Rede sind vor allem die Formen des Dritten und der Mehrzahl wichtig, weil sie die Distanz zur ursprünglichen Aussage tragen.
| Person | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| Ich | |||
| Du | |||
| Er, sie, es | |||
| Wir | |||
| Ihr | |||
| Sie |
Hilfsverben
Die wichtigsten unregelmäßigen Konjunktiv I Formen sind sei von sein, habe von haben und werde von werden. Diese Formen erscheinen sehr häufig, weil sie in zusammengesetzten Zeiten und in der Passivbildung gebraucht werden. Auch modale Hilfsverben haben feste Konjunktiv I Formen und tragen so die indirekte Wiedergabe in knappen, formelhaften Strukturen.
| Person | Verb | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| sein | |||
| haben | |||
| werden | |||
| können | |||
| mögen | |||
| müssen | |||
| sollen |
Vergangenes
Für Vergangenes verwendet der Konjunktiv I von haben oder sein zusammen mit dem Partizip II. Diese Form zeigt an, dass eine abgeschlossene Handlung oder ein früher Zustand nur wiedergegeben, nicht selbst bestätigt wird. In Berichten bleibt dadurch die zeitliche Beziehung klar, ohne dass der Sprecher die Aussage als eigene Tatsache festlegt.
| Bereich | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| haben | |||
| sein | |||
| Vollverb | |||
| Vollverb |
Zukunft und Passiv
Für Zukunft und Passiv wird der Konjunktiv I von werden benutzt, oft zusammen mit dem Infinitiv oder dem Partizip II. So lassen sich Ankündigungen, Pläne und erwartete Abläufe ebenso distanziert wiedergeben wie passive Vorgänge. Gerade in Nachrichten und sachlichen Darstellungen ist diese Form sehr verbreitet.
| Bereich | Form | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| Zukunft | |||
| Zukunft | |||
| Passiv | |||
| Passiv |
Wahl der Form
Bei der Übertragung direkter Rede wird zuerst geprüft, ob der Konjunktiv I eine eigene Form bietet. Ist die Form mit dem Indikativ identisch, wird oft Konjunktiv II oder eine Umschreibung gewählt, damit die indirekte Rede eindeutig bleibt. In der gesprochenen Umgangssprache ersetzt der Indikativ den Konjunktiv I häufig, während die schriftliche Standardsprache die Formen des Konjunktiv I bevorzugt.
| Regel | Folge | |
|---|---|---|
| Konjunktiv I eindeutig | ||
| Form identisch | ||
| Gesprochene Umgangssprache | ||
| Schriftliche Berichterstattung |
Überblick
Konjunktiv I markiert indirekte Rede, Berichterstattung und wissenschaftliche Distanz, besonders nach Verben des Sagens und Meinens sowie nach Hörensagen Ausdrücken. Seine Formen reichen von den regelmäßigen Präsensendungen über die unregelmäßigen Hilfsverben bis zu zusammengesetzten Vergangenheits, Zukunfts und Passivformen. Wer beim Übertragen direkter Rede die Eindeutigkeit prüft, erkennt schnell, wann Konjunktiv I genügt und wann Konjunktiv II oder eine Umschreibung die bessere Wahl ist.