Werden vs Sein in DeutschA2
Vergleiche Werden und Sein, verstehe ihre Bedeutungen, Zeiten und Einsatzgebiete. Lerne klare Regeln und wende sie sicher an.
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Prerequisites
Gemeinsamkeit
Werden und sein gehören beide zu den wichtigsten Verben im Deutschen und können als Vollverben und als Hilfsverben auftreten. Gerade deshalb werden sie leicht verwechselt, denn beide tragen in vielen Sätzen die Hauptinformation über die Situation. Der entscheidende Unterschied liegt meist darin, ob ein Vorgang oder eine Veränderung beschrieben wird oder ob ein Zustand, eine Existenz oder eine Identität gemeint ist. Für den Aufbau mit Hilfsverben ist auch Hilfsverben wichtig.
Werden
Werden beschreibt vor allem Entwicklung, Veränderung und einen noch nicht abgeschlossenen Prozess. Es wird außerdem für Zukunftsbezüge verwendet, oft zusammen mit einem Infinitiv, und steht im Vorgangspassiv als Hilfsverb. Mit werden wird eine Rolle oder Eigenschaft als neu entstehend verstanden, etwa wenn jemand Arzt wird oder eine Handlung gerade beginnt. Auch Werden ist dafür ein nützliches Nachschlagewort.
| Regel | Beispiel | |
|---|---|---|
| Werden zeigt eine Veränderung oder einen Prozess an. | ||
| Werden markiert häufig eine Zukunft. | ||
| Werden bildet das Vorgangspassiv. | ||
| Werden kann eine neue Identität oder Rolle ausdrücken. |
Sein
Sein beschreibt Zustand, Existenz und Identität. Es verbindet ein Subjekt mit einem Prädikativ, besonders mit Adjektiven und Berufsangaben, wenn etwas als bereits gegeben oder dauerhaft verstanden wird. Im Zustandspassiv tritt sein mit dem Partizip auf und beschreibt das Ergebnis einer Handlung, nicht den Ablauf. Für die Unterscheidung von Passivformen ist Vorgangspassiv und Zustandspassiv zentral.
| Regel | Beispiel | |
|---|---|---|
| Sein beschreibt einen Zustand oder eine Eigenschaft. | ||
| Sein verbindet das Subjekt mit einem Adjektiv. | ||
| Sein drückt Identität oder Beruf aus. | ||
| Sein bildet das Zustandspassiv. |
Passiv
Die Unterscheidung im Passiv ist besonders wichtig, weil beide Verben dort unterschiedliche Funktionen haben. Das Vorgangspassiv mit werden betont den Ablauf und die Handlung, während das Zustandspassiv mit sein das Ergebnis oder den bestehenden Zustand zeigt. Darum beschreibt Das Fenster wird geöffnet eine laufende Handlung, aber Das Fenster ist geöffnet ein vorhandenes Ergebnis. In manchen Stilen kann das Zustandspassiv auch sehr nah an einer Adjektivverbindung stehen.
| Idee | Beispiel | |
|---|---|---|
| Werden zeigt im Passiv den Vorgang. | ||
| Sein zeigt im Passiv den Zustand. | ||
| Der Fokus liegt bei werden auf der Handlung. | ||
| Der Fokus liegt bei sein auf dem Ergebnis. |
Entscheidungsregel
Für die Wahl zwischen werden und sein hilft eine einfache Regel: Geht es um Aktion, Prozess oder Zukunft, steht meist werden. Geht es um Zustand, Existenz oder Identität, steht meist sein. Diese Regel bleibt auch dann zuverlässig, wenn das Futur im Alltag oft weggelassen wird, denn der Kontext trägt die Bedeutung trotzdem mit. Bei Bewegungs- und Zustandsverben ist außerdem oft Werden oder sein als Teil des Hilfsverbssystems beteiligt.
| Regel | Beispiel | |
|---|---|---|
| Aktion oder Prozess verlangt meist werden. | ||
| Zustand oder Existenz verlangt meist sein. | ||
| Futur passt typisch zu werden plus Infinitiv. | ||
| Identität passt typisch zu sein. |
Kernaussage
Werden und sein bilden ein Grundpaar des Deutschen, das Entwicklung gegen Zustand stellt. Wer Veränderung, Zukunft oder einen Vorgang ausdrücken will, greift meist zu werden; wer Zustand, Existenz oder Identität ausdrücken will, nimmt sein. Besonders sicher wird die Unterscheidung im Gegensatz zwischen Das Fenster wird geöffnet und Das Fenster ist geöffnet. Zusammen mit Vorgangspassiv und Zustandspassiv entsteht so ein klares System für viele zentrale Satzmuster.