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Futur I

Futur I ist das Deutsche Tempus für die Zukunft. In diesem Modul lernst du, wie man zukünftige Handlungen, Absichten und Vorhersagen ausdrückt.

Grundstruktur

Futur I bildet man mit „werden“ als finites Verb und einem Infinitiv am Satzende. Das Subjekt steht wie im Präsens vor „werden“. Der Infinitiv trägt die Bedeutung, „werden“ trägt die Zeit. In Aussagesätzen steht „werden“ typischerweise an zweiter Stelle.

Regel
Beispiel
Ich benutze „werden“ mit einem Infinitiv am Ende.
🗓️Ich werde morgen arbeiten.
„Werden“ steht im Satz an zweiter Position.
🌅Morgen werde ich arbeiten.

Bedeutung

Futur I drückt meist eine Zukunft aus, oft mit Zeitangaben. Es kann auch eine Absicht oder Planung ausdrücken. Mit Kontext kann Futur I auch eine Vermutung über die Gegenwart oder Zukunft markieren. Die genaue Lesart ergibt sich oft aus dem Zusammenhang.

Regel
Beispiel
Mit Zeitangaben beschreibt Futur I ein geplantes zukünftiges Ereignis.
✈️Nächste Woche werde ich reisen.
Ohne klare Zeitangabe kann Futur I eine Vermutung ausdrücken.
🏠Er wird schon zu Hause sein.

Werden Präsens

Im Futur I verwendet man Präsensformen von „werden“. Diese Formen werden mit dem Subjekt abgestimmt. Der Infinitiv bleibt unverändert und wird nicht konjugiert. „Werden“ trägt die Person und Zahl.

Subjekt
Form
Beispiel
ich
werde
⏰Ich werde pünktlich kommen.
du
wirst
🚶‍♂️Du wirst pünktlich kommen.
er⁠/⁠sie⁠/⁠es
wird
🧑‍💼Sie wird pünktlich kommen.
wir
werden
👫Wir werden pünktlich kommen.
ihr
werdet
⏱️Ihr werdet pünktlich kommen.
sie⁠/⁠Sie
werden
🎫Sie werden pünktlich kommen.

Satzstellung

Im Hauptsatz steht das konjugierte „werden“ an zweiter Stelle. Vorfeld kann ein Satzteil sein, z. B. ein Zeitadverb oder Objekt. Der Infinitiv steht im Regelfall am Ende des Satzes. Ergänzungen und Objekte stehen zwischen „werden“ und dem Infinitiv.

Regel
Beispiel
Das finite Verb steht an zweiter Stelle.
🎉Übermorgen werde ich meine Freunde treffen.
Der Infinitiv steht am Satzende.
📞Ich werde dich morgen anrufen.

Zeitangaben

Zeitangaben machen die Zukunft im Satz klar und werden oft mit Futur I kombiniert. Sie können am Satzanfang oder im Mittelfeld stehen. Typische Wörter sind „morgen“, „bald“, „später“ und „nächste Woche“. Mit Zeitangaben wirkt Futur I meist planerisch oder vorhersagend.

Wort⁠/⁠Phrase
Definition
Beispiel
morgen
Der folgende Tag.
📚Ich werde morgen lernen.
bald
In kurzer Zeit ab jetzt.
🚄Wir werden bald ankommen.
später
Nach einem späteren Zeitpunkt heute oder allgemein.
💡Du wirst das später verstehen.
nächste Woche
Die Woche nach dieser Woche.
🏁Ihr werdet nächste Woche beginnen.

Fragen

In Entscheidungsfragen steht „werden“ am Satzanfang. In Ergänzungsfragen steht das Fragewort zuerst, dann „werden“ an zweiter Stelle. Der Infinitiv bleibt am Satzende. Die Satzstruktur bleibt parallel zur Aussagesatz-Struktur.

Regel
Beispiel
In Ja-Nein-Fragen steht „werden“ am Anfang.
🤔Wirst du morgen kommen?
In W-Fragen steht „werden“ nach dem Fragewort.
⏲️Wann wirst du kommen?

Vermutung

Futur I kann eine Annahme oder Vermutung ausdrücken, besonders ohne genaue Zeitangabe. Oft signalisiert der Kontext, dass keine echte Zukunft gemeint ist. Typisch ist diese Lesart bei Nachrichten, Gesprächen und Einschätzungen. „Wohl“ verstärkt im Deutschen oft die Vermutungsbedeutung.

Regel
Beispiel
Mit „wohl“ drückt Futur I eine Vermutung aus.
🚪Er wird wohl schon gegangen sein.
Ohne Zeitangabe kann Futur I eine Annahme markieren.
🤒Sie wird krank sein.

Mit Modalverb

Futur I mit Modalverb wird als Doppelinfinitiv gebaut: „werden“ konjugiert, dann Infinitiv + Modalverb am Satzende. Meist steht der Vollverb-Infinitiv vor dem Modalverb. Die Bedeutung bleibt Zukunft mit Notwendigkeit, Möglichkeit oder Wunsch.

Regel
Beispiel
Bei Modalverben stehen beide Infinitive am Ende.
💼Ich werde arbeiten müssen.
Der Vollverb-Infinitiv steht vor dem Modalverb.
🚙Wir werden früher gehen können.

Neben­satz

Im Nebensatz steht „werden“ am Ende vor dem Infinitiv. Der Infinitiv steht ganz am Schluss. Der Nebensatz wird durch eine Konjunktion eingeleitet und kann vor oder nach dem Hauptsatz stehen. Die Subjekt-Verb-Abfolge bleibt erhalten, nur die Position verschiebt sich.

Regel
Beispiel
Im Nebensatz steht „werden“ vor dem Infinitiv am Satzende.
⏳ weil ich morgen werde arbeiten.
Der Infinitiv steht im Nebensatz ganz am Ende.
📲 dass sie dich wird anrufen.

Präsens vs. Futur

Auch mit Präsens kann man Zukunft ausdrücken, besonders mit klarer Zeitangabe. Futur I wird genutzt, wenn man betonen will, dass etwas geplant, vorhersagt oder vermutet wird. Im Alltag steht oft das Präsens, wenn kein Missverständnis entsteht. Futur I ist stilistisch neutral, aber oft prägnanter bei Vorhersagen und Vermutungen.

Regel
Beispiel
Mit Präsens und Zeitangabe kann die Zukunft gemeint sein.
🚌Ich komme morgen.
Mit Futur I wird die Zukunft oder eine Vorhersage explizit markiert.
🌄Ich werde morgen kommen.