Futur I
Futur I ist das Deutsche Tempus für die Zukunft. In diesem Modul lernst du, wie man zukünftige Handlungen, Absichten und Vorhersagen ausdrückt.
Grundstruktur
Futur I bildet man mit „werden“ als finites Verb und einem Infinitiv am Satzende. Das Subjekt steht wie im Präsens vor „werden“. Der Infinitiv trägt die Bedeutung, „werden“ trägt die Zeit. In Aussagesätzen steht „werden“ typischerweise an zweiter Stelle.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Ich benutze „werden“ mit einem Infinitiv am Ende. | |
„Werden“ steht im Satz an zweiter Position. |
Bedeutung
Futur I drückt meist eine Zukunft aus, oft mit Zeitangaben. Es kann auch eine Absicht oder Planung ausdrücken. Mit Kontext kann Futur I auch eine Vermutung über die Gegenwart oder Zukunft markieren. Die genaue Lesart ergibt sich oft aus dem Zusammenhang.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Mit Zeitangaben beschreibt Futur I ein geplantes zukünftiges Ereignis. | |
Ohne klare Zeitangabe kann Futur I eine Vermutung ausdrücken. |
Werden Präsens
Im Futur I verwendet man Präsensformen von „werden“. Diese Formen werden mit dem Subjekt abgestimmt. Der Infinitiv bleibt unverändert und wird nicht konjugiert. „Werden“ trägt die Person und Zahl.
Subjekt | Form | Beispiel |
|---|---|---|
ich | werde | |
du | wirst | |
er/sie/es | wird | |
wir | werden | |
ihr | werdet | |
sie/Sie | werden |
Satzstellung
Im Hauptsatz steht das konjugierte „werden“ an zweiter Stelle. Vorfeld kann ein Satzteil sein, z. B. ein Zeitadverb oder Objekt. Der Infinitiv steht im Regelfall am Ende des Satzes. Ergänzungen und Objekte stehen zwischen „werden“ und dem Infinitiv.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Das finite Verb steht an zweiter Stelle. | |
Der Infinitiv steht am Satzende. |
Zeitangaben
Zeitangaben machen die Zukunft im Satz klar und werden oft mit Futur I kombiniert. Sie können am Satzanfang oder im Mittelfeld stehen. Typische Wörter sind „morgen“, „bald“, „später“ und „nächste Woche“. Mit Zeitangaben wirkt Futur I meist planerisch oder vorhersagend.
Wort/Phrase | Definition | Beispiel |
|---|---|---|
morgen | Der folgende Tag. | |
bald | In kurzer Zeit ab jetzt. | |
später | Nach einem späteren Zeitpunkt heute oder allgemein. | |
nächste Woche | Die Woche nach dieser Woche. |
Fragen
In Entscheidungsfragen steht „werden“ am Satzanfang. In Ergänzungsfragen steht das Fragewort zuerst, dann „werden“ an zweiter Stelle. Der Infinitiv bleibt am Satzende. Die Satzstruktur bleibt parallel zur Aussagesatz-Struktur.
Regel | Beispiel |
|---|---|
In Ja-Nein-Fragen steht „werden“ am Anfang. | |
In W-Fragen steht „werden“ nach dem Fragewort. |
Vermutung
Futur I kann eine Annahme oder Vermutung ausdrücken, besonders ohne genaue Zeitangabe. Oft signalisiert der Kontext, dass keine echte Zukunft gemeint ist. Typisch ist diese Lesart bei Nachrichten, Gesprächen und Einschätzungen. „Wohl“ verstärkt im Deutschen oft die Vermutungsbedeutung.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Mit „wohl“ drückt Futur I eine Vermutung aus. | |
Ohne Zeitangabe kann Futur I eine Annahme markieren. |
Mit Modalverb
Futur I mit Modalverb wird als Doppelinfinitiv gebaut: „werden“ konjugiert, dann Infinitiv + Modalverb am Satzende. Meist steht der Vollverb-Infinitiv vor dem Modalverb. Die Bedeutung bleibt Zukunft mit Notwendigkeit, Möglichkeit oder Wunsch.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Bei Modalverben stehen beide Infinitive am Ende. | |
Der Vollverb-Infinitiv steht vor dem Modalverb. |
Nebensatz
Im Nebensatz steht „werden“ am Ende vor dem Infinitiv. Der Infinitiv steht ganz am Schluss. Der Nebensatz wird durch eine Konjunktion eingeleitet und kann vor oder nach dem Hauptsatz stehen. Die Subjekt-Verb-Abfolge bleibt erhalten, nur die Position verschiebt sich.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Im Nebensatz steht „werden“ vor dem Infinitiv am Satzende. | |
Der Infinitiv steht im Nebensatz ganz am Ende. |
Präsens vs. Futur
Auch mit Präsens kann man Zukunft ausdrücken, besonders mit klarer Zeitangabe. Futur I wird genutzt, wenn man betonen will, dass etwas geplant, vorhersagt oder vermutet wird. Im Alltag steht oft das Präsens, wenn kein Missverständnis entsteht. Futur I ist stilistisch neutral, aber oft prägnanter bei Vorhersagen und Vermutungen.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Mit Präsens und Zeitangabe kann die Zukunft gemeint sein. | |
Mit Futur I wird die Zukunft oder eine Vorhersage explizit markiert. |