Lerne den Genitiv kennen: Bildung, Regeln und praxisnahe Beispiele. Übe Besitzformeln und wende Grammatik sicher im Alltag an.

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Der Genitiv zeigt Zugehörigkeit, Beziehung und Abhängigkeit an. Er beantwortet oft die Frage wessen oder wovon und steht besonders in schriftlicher Sprache, in festen Wendungen und nach bestimmten Präpositionen. In der Nominalgruppe beschreibt er ein Nomen genauer, etwa als Besitzer, Teilmenge oder nähere Bestimmung. Für die Satzverwendung sind außerdem die Beziehungen zu Nominativ, Akkusativ und Dativ wichtig.

Bei maskulinen und meist auch bei neutralen Nomen steht der Genitiv Singular mit des oder eines oder keines. Viele maskuline Nomen erhalten zusätzlich ein Genitivs, besonders einsilbige Wörter und Eigennamen, während viele fremde oder mehrsilbige Wörter ohne Endung bleiben. Das Attribut steht oft direkt vor dem Bezugswort und wird in der Schriftsprache häufig verwendet.

RegelBeispiel
🧾Der bestimmte Artikel im maskulinen Genitiv Singular lautet des.📘Das Buch des Lehrers
🔹Der unbestimmte Artikel im maskulinen Genitiv Singular lautet eines.💡Die Idee eines Studenten
🚫Der negative Artikel im maskulinen Genitiv Singular lautet keines.🎙️Die Stimme keines Zeugen
🧩Viele maskuline Nomen bilden den Genitiv mit s oder es.🌅Der Klang des Tages
📌Einsilbige maskuline Nomen nehmen häufig es.🛣️Die Farbe des Weges
✍️Eigennamen stehen im Genitiv oft mit s.🚗Das Auto Peters

Neutrale Nomen bilden den Genitiv Singular mit des oder eines oder keines, und die Form entspricht damit im Artikel oft dem maskulinen Genitiv. Das Nomen selbst erhält häufig ein Genitivs, besonders bei abstrakten Wörtern und bei vielen mehrsilbigen Formen. In der Nominalgruppe ist der neutrale Genitiv daher meist an Artikel und Endung klar erkennbar.

RegelBeispiel
🏷️Der bestimmte Artikel im neutralen Genitiv Singular lautet des.🏠Die Farbe des Hauses
🔸Der unbestimmte Artikel im neutralen Genitiv Singular lautet eines.🪟Der Rand eines Fensters
⛔Der negative Artikel im neutralen Genitiv Singular lautet keines.🧪Die Form keines Ergebnisses
🧷Viele neutrale Nomen bilden den Genitiv mit s oder es.📅Das Ende des Jahres
🌟Bei häufig einsilbigen neutralen Nomen erscheint oft es.💡Die Mitte des Lichtes

Im femininen Genitiv Singular stehen der, einer oder keiner als Artikel. Das Nomen selbst bleibt normalerweise unverändert und bekommt kein Genitivs. Dadurch unterscheidet sich der feminine Genitiv deutlich von maskulinen und neutralen Formen, auch wenn die Funktion dieselbe bleibt.

RegelBeispiel
🌷Der bestimmte Artikel im femininen Genitiv Singular lautet der.🌸Die Farbe der Blume
🪷Der unbestimmte Artikel im femininen Genitiv Singular lautet einer.🎤Die Stimme einer Lehrerin
🛑Der negative Artikel im femininen Genitiv Singular lautet keiner.🧠Die Meinung keiner Person
🍀Feminine Nomen bleiben im Genitiv gewöhnlich ohne Endung.🚦Das Ende der Straße

Im Plural lautet der bestimmte Artikel im Genitiv der. Bei indefiniter oder negativer Bedeutung stehen meist keine eigenen Genitivformen, sondern Umschreibungen wie von oder andere Konstruktionen. Das Pluralnomen bleibt im Genitiv gewöhnlich ohne zusätzliches s, sodass der Fall vor allem über den Artikel und den Kontext sichtbar wird.

RegelBeispiel
👥Der bestimmte Artikel im Pluralgenitiv lautet der.🎨Die Farbe der Kinder
🔁Ein eigener unbestimmter Genitivartikel im Plural steht im Standarddeutsch nicht.🎶Die Stimmen von Kindern
🚫Ein eigener negativer Genitivartikel im Plural steht im Standarddeutsch nicht.🥗Die Wünsche von Gästen
🧺Pluralnomen erhalten im Genitiv meist kein zusätzliches s.📚Die Aufgaben der Schüler

Genitivpronomen zeigen Zugehörigkeit, Ersatz oder Bezug auf eine vorher genannte Einheit. Wessen fragt nach einer Person oder Sache im Genitiv, dessen und deren beziehen sich auf männliche, neutrale oder weibliche sowie auf pluralische Bezüge, und die Formen meiner, deiner und seiner erscheinen als possessive Genitivformen. Diese Formen sind besonders in schriftlicher Sprache und in festen Verbindungen wichtig.

RegelBeispiel
❓Wessen fragt nach dem Besitzer oder Bezug.📖Wessen Buch liegt hier
🔗Dessen bezieht sich meist auf maskuline oder neutrale Bezüge.🚗Der Lehrer, dessen Auto vor der Tür steht
👩‍🏫Deren bezieht sich meist auf feminine oder pluralische Bezüge.📝Die Schüler, deren Arbeit fertig ist
🪪Possessive Genitivformen lauten meiner, deiner und seiner.💬Wegen meiner Meinung wird diskutiert

Adjektive im Genitiv passen sich an Artikelart und Genus an. Nach bestimmtem Artikel stehen sie schwach und erhalten meist en, nach ein oder kein stehen sie gemischt und erhalten ebenfalls überwiegend en. Ohne Artikel stehen sie stark und zeigen im Genitiv eigene Endungen, die den Kasus sichtbar machen; das ist besonders in Nominalgruppen mit mehreren Attributen relevant.

RegelBeispiel
🧠Nach bestimmtem Artikel steht das Adjektiv im Genitiv meist mit en.🏡Das Dach des alten Hauses
🔍Nach ein oder kein steht das Adjektiv im Genitiv meist mit en.💡Die Idee eines neuen Projekts
🌿Ohne Artikel steht das Adjektiv im Genitiv stark.😊Wegen guter Nachrichten lächelt er
📚Die starke Form zeigt den Genitiv besonders klar in der Nominalgruppe.🌬️Trotz kalten Wetters gehen wir spazieren

Einige Verben und Adjektive regieren historisch den Genitiv, besonders in gehobener oder formaler Sprache. In der modernen Alltagssprache werden diese Strukturen oft durch von, mit oder andere Umschreibungen ersetzt. Der Genitiv bleibt dabei grammatisch möglich, wird aber stilistisch seltener verwendet als in der Schriftsprache.

RegelBeispiel
📜Manche Verben und Adjektive verlangen traditionell den Genitiv.🕰️Er erinnert sich des Vorfalls
🔄Im heutigen Deutsch werden solche Formen oft umschrieben.📎Er erinnert sich an den Vorfall
✒️Die genitivische Form wirkt oft formell oder literarisch.🏆Sie ist sich des Erfolges bewusst

Bestimmte Präpositionen verlangen den Genitiv und verbinden ihn mit Zeit, Ursache, Begleitung oder Grenze. Dazu gehören wegen, während, trotz, statt, aufgrund, außerhalb und einschließlich. In der gesprochenen Sprache weichen einige dieser Verbindungen regional oder stilistisch auf den Dativ aus, doch die genitivische Form bleibt die Standardsprache.

RegelBeispiel
🌀Wegen bezeichnet einen Grund.☔Wegen des Regens bleiben wir drin
⏳Während bezeichnet Gleichzeitigkeit.📘Während des Unterrichts ist es ruhig
⚔️Trotz bezeichnet einen Gegensatz.🎧Trotz des Lärms arbeitet sie konzentriert
🔁Statt bezeichnet Ersatz.🚆Statt des Autos nehmen wir den Zug
📎Aufgrund bezeichnet eine Ursache.⏰Aufgrund eines Fehlers verzögert sich alles
🧭Außerhalb bezeichnet eine Grenze.🌳Außerhalb der Stadt ist es still
➕Einschließlich bezeichnet Einschluss.💶Einschließlich der Kosten ist der Preis hoch

Der Genitiv erscheint auch in Teilungsangaben und bei Zeitwörtern, wenn eine nicht näher bestimmte Einheit gemeint ist. Solche Formen wirken fest und idiomatisch, etwa bei Mengen, Zeitpunkten oder ungenauen Zeiträumen. In solchen Verwendungen steht der Genitiv oft nicht als Besitzangabe, sondern als stilisierte Ergänzung zu Zahl, Maß oder Zeit.

RegelBeispiel
🌙Der Genitiv kann eine unbestimmte Zeit oder einen Zeitpunkt ausdrücken.🚪Eines Tages kam er zurück
🍞Der Genitiv kann eine Teilmenge oder einen Ausschnitt bezeichnen.🎂Ein Teil des Kuchens fehlt
🕒Der Genitiv kann in festen Zeitangaben erscheinen.🌞Während des Sommers reisen viele Menschen

Im Genitiv steht das Attribut meist vor dem Bezugsnomen, besonders in schriftlicher Sprache und in dichter Nominalstruktur. Wenn mehrere Bestimmungen zusammentreffen, ordnen sich Genitiv, Adjektiv und weitere Attribute in der Nominalgruppe zu einer kompakten Einheit. In gesprochener Sprache wird diese Struktur häufig durch von plus Dativ ersetzt, ohne dass die Bedeutung verloren geht.

RegelBeispiel
🧱Das Genitivattribut steht häufig vor dem Bezugsnomen.🏠Das Dach des alten Hauses ist rot
🧩Mehrere Attribute können gemeinsam eine Nominalgruppe bilden.🧠Die Meinung des klugen Lehrers zählt
🗣️In der gesprochenen Sprache ersetzt von plus Dativ den Genitiv oft.🏡Das Dach von dem Haus ist rot

Der Genitiv zeigt Zugehörigkeit, Teilmenge, Zeit, Ursache und formale Verknüpfung zwischen Wörtern. Seine Formen hängen von Genus, Numerus, Artikelart und der Stellung des Adjektivs ab, während einige Präpositionen und wenige Verben ihn fest verlangen. In der Standardsprache bleibt er ein zentraler Fall für präzise Nominalgruppen, auch wenn im Alltag oft von plus Dativ ausweicht. So verbindet der Genitiv Bedeutung und Form besonders eng.

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Last updated: Mon Jun 1, 2026, 3:45 AM