Possessivpronomen
Lerne, Possessivpronomen sicher zu verwenden. Erkenne Besitzanzeige, passende Formen und Beispiele im Deutschen. Jetzt üben und anwenden.
Bedeutung
Possessivpronomen zeigen Besitz oder Zugehörigkeit an und machen damit klar, wem etwas gehört oder zu wem etwas in Beziehung steht. Sie beziehen sich auf Personen wie ich, du, er, sie, es, wir, ihr und Sie und werden aus diesen Bezugsformen abgeleitet. In ihrer attributiven Form stehen sie vor einem Nomen und bestimmen es wie Bestimmte Artikel, in ihrer pronominalen Form ersetzen sie das Nomen ganz. Für die Einordnung der Formen ist der Kasus wichtig, wie im Thema Kasus Einführung gezeigt wird.
Personenbezug
Die Grundformen richten sich nach der Person, auf die sich der Besitz bezieht. Für ich, du, er, sie, es, wir, ihr und Sie gibt es die Stammformen mein, dein, sein, ihr, sein, unser, euer und Ihr. Die Formen für er, sie und es können den Eigentümer nicht immer eindeutig erkennen lassen, deshalb entscheidet oft der Kontext. In der Höflichkeitsform wird Ihr großgeschrieben und muss von dem femininen ihr unterschieden werden.
| Person | Form | Bezug |
|---|---|---|
| mein | zum Sprecher | |
| dein | zum Gesprächspartner | |
| sein | zu einem männlichen Bezugswort | |
| ihr | zu einem weiblichen Bezugswort | |
| Ihr | zur Höflichkeitsform |
Deklination
Possessivpronomen passen ihre Endungen an Genus, Numerus und Kasus des Nomens an. Die Endung zeigt also nicht nur die Person, sondern auch die grammatische Form des Wortes, das begleitet wird. Nach einem bestimmten Artikel oder unbestimmten Artikel stehen die Endungen in demselben Kongruenzsystem wie Bestimmte Artikel, weil die Form des Nomensatzes insgesamt übereinstimmen muss. Dadurch entstehen die typischen Formen wie mein, meine, meinen und meinem.
| Kasus | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| mein | meine | mein | meine | |
| meinen | meine | mein | meine | |
| meinem | meiner | meinem | meinen | |
| meines | meiner | meines | meiner |
Stellung
Attributiv gebrauchte Possessivpronomen stehen direkt vor dem Nomen und wirken dort als Determinierer des Nomens. Sie ersetzen dabei nicht die Rolle des Nomens, sondern begleiten es und machen es genauer. In dieser Stellung folgen sie denselben Satzmustern wie andere Begleiter vor dem Nomen, etwa Artikel und Demonstrativformen, wie auch bei Demonstrativpronomen sichtbar wird. Pronominal gebraucht stehen sie allein und ersetzen die ganze Nomengruppe, zum Beispiel in der Form meins oder deins.
| Gebrauch | Funktion | Form |
|---|---|---|
| begleitet ein Nomen | mein Buch | |
| ersetzt ein Nomen | meins | |
| kein Nomen direkt danach | nicht üblich |
Endungen
Die Endungen der Possessivpronomen folgen den gleichen Deklinationsmustern wie andere begleitende Wörter im Satz. Nach einem bestimmten Artikel, einem unbestimmten Artikel oder ohne Artikel ändern sich die Formen entsprechend der grammatischen Umgebung. Dadurch entstehen kongruente Wortgruppen, in denen Possessivpronomen, Nomen und Artikel dieselbe Information über Genus, Numerus und Kasus tragen.
| Umfeld | Formprinzip | Beispiel |
|---|---|---|
| Endung richtet sich nach der gesamten Wortgruppe | der mein Freund | |
| Endung folgt dem gleichen Muster | ein mein Freund | |
| Endung trägt die grammatische Last | mein Freund |
Besonderheiten
Körperteile und reflexive Zusammenhänge werden im Deutschen oft mit dem bestimmten Artikel oder mit reflexiver Konstruktion ausgedrückt, nicht mit einem Possessivpronomen. Deshalb heißt es häufig mir die Hände waschen statt eine Form mit meinem. Solche Verwendungen stehen in enger Beziehung zu Reflexivpronomen und zeigen, dass Besitz im Deutschen nicht immer durch ein Possessivpronomen markiert wird. Im Alltag kann Besitz außerdem elliptisch oder weggelassen werden, wenn der Kontext eindeutig ist.
| Bereich | Übliche Form | Hinweis |
|---|---|---|
| bestimmter Artikel | Besitz wird oft nicht markiert | |
| reflexive Konstruktion | Bezug liegt auf der handelnden Person | |
| Auslassung | Kontext trägt die Information |
Abgrenzung
Possessivpronomen gehören zu den Pronomen, können aber in ihrer Funktion eng mit Possessivadjektiven verwandt sein. Wenn sie ein Nomen begleiten, stehen sie attributiv; wenn sie ein Nomen ersetzen, stehen sie pronominal. Diese Unterscheidung ist wichtig für den späteren Vergleich mit verwandten Wortarten, besonders mit Possessivadjektive und den verwandten Formen bei Interrogativpronomen.
| Funktion | Merkmal | Beispiel |
|---|---|---|
| steht vor dem Nomen | mein Auto | |
| ersetzt das Nomen | meins | |
| andere Wortart möglich | mein und meine |
Zusammenfassung
Possessivpronomen zeigen Besitz, Zugehörigkeit und persönliche Beziehung. Ihre Grundform hängt von der Person ab, ihre Endung von Genus, Numerus und Kasus des Nomens. Attributive Formen stehen direkt vor dem Nomen, pronominale Formen ersetzen es. Die Höflichkeitsform Ihr, die mehrdeutigen Formen sein und ihr sowie die üblichen Ausnahmen bei Körperteilen gehören zu den zentralen Punkten ihres Gebrauchs.