Einführung in die Kasus in DeutschA2
Lerne die Kasus im Deutschen kennen: Nominativ, Akkusativ und Dativ. Verstehe Subjekt-Objekt-Beziehungen und wende sie sicher an.
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Prerequisites
Funktion
Kasus zeigen die grammatische Rolle eines Wortes im Satz. Der Nominativ markiert das Subjekt und den Prädikatsnominativ nach sein, werden und bleiben. Der Akkusativ markiert meist das direkte Objekt und oft auch das Ziel bei Bewegung, während der Dativ das indirekte Objekt und den Empfänger oder die Bezugsperson bezeichnet.
Nominativ
Der Nominativ fragt nach wer oder was und steht beim Subjekt. Er erscheint auch nach sein, werden und bleiben, wenn ein Nomen eine neue Eigenschaft oder Identität beschreibt. Beim Vergleich mit Akkusativ und Dativ ist wichtig, dass der Nominativ nie von einer Präposition verlangt wird, sondern von der Satzfunktion.
| Idee | Beispiel | |
|---|---|---|
| Im Nominativ steht der bestimmte Artikel im maskulinen Singular als der. | ||
| Im Nominativ steht der bestimmte Artikel im femininen Singular als die. | ||
| Im Nominativ steht der bestimmte Artikel im neutralen Singular als das. | ||
| Im Nominativ steht der bestimmte Artikel im Plural als die. |
Akkusativ
Der Akkusativ fragt nach wen oder was und kennzeichnet meist das direkte Objekt. Er steht außerdem nach vielen Akkusativpräpositionen und oft bei einer Bewegung mit Zielrichtung, was besonders in Wechselpräpositionen wichtig ist. Im Neutrum fällt der Akkusativ oft mit dem Nominativ zusammen, sodass die Form im Singular gleich bleibt.
| Idee | Beispiel | |
|---|---|---|
| Im Akkusativ verändert sich der bestimmte Artikel im maskulinen Singular zu den. | ||
| Im Akkusativ bleibt der bestimmte Artikel im femininen Singular die. | ||
| Im Akkusativ bleibt der bestimmte Artikel im neutralen Singular das. | ||
| Im Akkusativ bleibt der bestimmte Artikel im Plural die. | ||
| Im Akkusativ folgen viele Präpositionen wie für, durch, gegen, ohne und um. |
Dativ
Der Dativ fragt nach wem oder was und markiert meist das indirekte Objekt oder den Empfänger. Er steht außerdem nach vielen Dativpräpositionen wie mit, bei, aus, zu, seit und von. In Kasusinteraktionen ist der Dativ besonders wichtig, weil er im Plural oft eine zusätzliche n Endung auslöst.
| Idee | Beispiel | |
|---|---|---|
| Im Dativ verändert sich der bestimmte Artikel im maskulinen Singular zu dem. | ||
| Im Dativ verändert sich der bestimmte Artikel im femininen Singular zu der. | ||
| Im Dativ verändert sich der bestimmte Artikel im neutralen Singular zu dem. | ||
| Im Dativ verändert sich der bestimmte Artikel im Plural zu den mit n Endung. | ||
| Im Dativ folgen viele Präpositionen wie mit, bei, aus, zu, seit und von. |
Artikel
Die Artikel zeigen den Kasus besonders deutlich und unterscheiden sich nach Genus und Numerus. Maskuline, feminine, neutrale und pluralische Formen haben jeweils eigene Muster für den bestimmten, unbestimmten und negativen Artikel. Der Plural kennt keinen unbestimmten Artikel und verwendet deshalb nur den bestimmten oder den negativen Artikel.
| Idee | Beispiel | |
|---|---|---|
| Maskulin hat im Nominativ die Formen der, ein und kein. Im Akkusativ lauten sie den, einen und keinen. Im Dativ lauten sie dem, einem und keinem. | ||
| Feminin hat im Nominativ die Formen die, eine und keine. Im Akkusativ bleiben sie die, eine und keine. Im Dativ lauten sie der, einer und keiner. | ||
| Neutrum hat im Nominativ die Formen das, ein und kein. Im Akkusativ bleiben sie das, ein und kein. Im Dativ lauten sie dem, einem und keinem. | ||
| Der Plural hat im Nominativ und Akkusativ die Formen die und keine. Im Dativ lauten sie den und keinen, oft mit n Endung beim Nomen. |
Pronomen
Personalpronomen wechseln ihre Form nach Kasus und übernehmen dieselben Funktionen wie Nomen. Im Akkusativ stehen Formen wie mich, dich und ihn, im Dativ mir, dir und ihm. Einige Formen überschneiden sich, besonders sie für Nominativ und Akkusativ im Femininum und Plural, sowie es im Nominativ und Akkusativ des Neutrums.
| Person | Nominativ | Akkusativ | Dativ | |
|---|---|---|---|---|
| 1. Person Singular | ich | mich | mir | |
| 2. Person Singular | du | dich | dir | |
| 3. Person Singular Maskulin | er | ihn | ihm | |
| 3. Person Singular Feminin | sie | sie | ihr | |
| 3. Person Singular Neutrum | es | es | ihm | |
| 1. Person Plural | wir | uns | uns | |
| 2. Person Plural | ihr | euch | euch | |
| 3. Person Plural | sie | sie | ihnen | |
| Höflichkeitsform | Sie | Sie | Ihnen |
Adjektivendungen
Adjektive passen ihre Endung an Artikel, Genus, Numerus und Kasus an. Bei starkem Muster tragen sie die deutlichsten Endungen, bei schwachem Muster übernehmen die Artikel die meiste Kennzeichnung, und bei gemischtem Muster teilen sich beide die Aufgabe. Die wichtigsten Endungen sind er, e, es und en, wobei vor allem der Nominativ, der Akkusativ und der Dativ unterschiedliche Signale geben.
| Muster | Idee | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| Stark | Ohne Artikel trägt das Adjektiv die volle Kasusmarkierung. | ||
| Schwach | Nach bestimmtem Artikel steht meist die Endung en, e oder er je nach Form. | ||
| Gemischt | Nach unbestimmtem oder negativem Artikel teilen sich Artikel und Adjektiv die Markierung. | ||
| Dativ Plural | Im Dativ Plural erscheint sehr oft die Endung en. |
Präpositionen
Präpositionen legen den Kasus fest und sind deshalb ein zuverlässiger Auslöser für Formenwechsel. Akkusativpräpositionen wie für, durch, gegen, ohne und um verlangen den Akkusativ, Dativpräpositionen wie mit, bei, aus, zu, seit und von verlangen den Dativ. Wechselpräpositionen steuern den Kasus nach Bedeutung: Ort verlangt Dativ, Richtung verlangt Akkusativ, und genau diese Unterscheidung verbindet das Thema mit Nominativ, Akkusativ und Dativ.
| Idee | Beispiel | |
|---|---|---|
| Für verlangt den Akkusativ. | ||
| Mit verlangt den Dativ. | ||
| Ort verlangt bei Wechselpräpositionen den Dativ. | ||
| Richtung verlangt bei Wechselpräpositionen den Akkusativ. |
Überlappungen
Einige Formen sehen in mehreren Fällen gleich aus, deshalb zählt immer die Satzfunktion mit. Das neutrale Nomen hat im Nominativ und Akkusativ oft dieselbe Form, und im Plural erscheint im Dativ häufig ein zusätzliches n. Manche maskuline Nomen folgen außerdem der n Deklination und erhalten in mehreren Fällen eine besondere Endung. Genitiv wird im gesprochenen Deutsch oft durch von mit Dativ ersetzt, und in süddeutschen oder österreichischen Varianten können einzelne Formen stärker vom Standard abweichen.
| Idee | Beispiel | |
|---|---|---|
| Neutrum zeigt im Nominativ und Akkusativ oft dieselbe Form. | ||
| Im Plural steht im Dativ häufig ein zusätzliches n. | ||
| Einige maskuline Nomen bilden eine n Deklination. | ||
| Genitiv wird im Alltag oft durch von plus Dativ ersetzt. |
Abschluss
Kasus erschließen die Satzrollen von Subjekt, direktem Objekt und indirektem Objekt und machen die Beziehung zwischen Nomen, Pronomen und Verb sichtbar. Wer die Formen von Artikeln, Personalpronomen und Adjektiven sicher erkennt, kann die Deklination in Nominativ, Akkusativ und Dativ zuverlässig lesen und bilden. Präpositionen und feste Verben liefern dabei die stärksten Signale, während Überlappungen nur dann sicher verstanden werden, wenn die Satzfunktion mitgedacht wird.