Komposita
Modul über Komposita im Deutschen. Lerne, wie zusammengesetzte Substantive gebildet werden, ihre Bedeutung und Schreibweise. Ideal für fortgeschrittene Deutschlerner, die ihren Wortschatz erweitern möchten.
Grundprinzip
Komposita sind zusammengesetzte Wörter, die im Deutschen meist aus mindestens zwei Substantiven bestehen. Das letzte Teilwort bestimmt das grammatische Geschlecht, die Pluralbildung und die Hauptbedeutung. Die vorangestellten Teile spezifizieren oder begrenzen die Bedeutung des Gesamtwortes. Die typische Struktur ist Bestimmungswort plus Grundwort.
Bedeutung
Die Bedeutung eines Kompositums ergibt sich aus der Verbindung der Teilwörter, oft als "Was für ein" oder "Wovon"-Beziehung. Das Grundwort trägt die Kernbedeutung, das Bestimmungswort legt fest, welche Art oder welcher Kontext gemeint ist. Viele Komposita sind durchsichtig, wenn die Einzelbedeutungen bekannt sind, andere haben eine konventionelle Gesamtbedeutung. Im Zweifel hilft die Analyse nach Grundwort und Bestimmungswort.
Word/Phrase | Definition |
|---|---|
Tischbein | |
Haustür | |
Zugfahrt | |
Milchglas | |
Handschuh |
Schreibung
Komposita werden im Deutschen in der Regel zusammengeschrieben. Bindestriche werden gesetzt, wenn das Wort unübersichtlich lang oder schwer lesbar wäre, zum Beispiel bei drei gleichen Buchstaben oder bei Abkürzungen und Eigennamen. Im Plural steht die Pluralmarkierung meist am Grundwort, nicht am Bestimmungswort. Getrenntschreibung verändert die Bedeutung oder ist im Standarddeutschen oft falsch.
Rule |
|---|
Fugen
Viele Komposita enthalten Fugenelemente wie -s-, -n-, -en-, -e- oder -er-, die zwischen den Bestandteilen stehen. Das Auftreten von Fugenelementen ist historisch und lexikalisch bestimmt und meist mit bestimmten Wortgruppen verbunden. Das -s- ist besonders häufig bei Ableitungen auf -ung, -heit, -keit, -schaft, -ion und bei vielen Substantiven germanischer Herkunft. Die Bedeutung ändert sich nicht durch das Fugenelement, aber die Form kann sich natürlicher oder üblicher anhören.
Word/Phrase | Definition |
|---|---|
Arbeitszeit | |
Kindergarten | |
Blumenvase | |
Gebäudeeingang | |
Bäckerhandwerk |
Geschlecht
Das grammatische Geschlecht eines Kompositums wird immer vom letzten Teil, also vom Grundwort, übernommen. Auch Artikel und Adjektivendungen richten sich nach dem Grundwort, nicht nach dem Bestimmungswort. Wer das Genus des Grundworts kennt, kann das Genus des Kompositums zuverlässig bestimmen. Das gilt auch für längere Komposita mit mehr als zwei Teilen.
Word/Phrase | Definition |
|---|---|
Der Bahnhof | |
Die Tischplatte | |
Das Kinderbuch | |
Die Fahrkarte | |
Der Tagesablauf |
Mehrfachkomposita
Komposita können beliebig erweitert werden, indem weitere Bestimmungswörter vorangestellt werden. Das rechte Teilwort bleibt das Grundwort und bestimmt Genus und Plural. Längere Komposita werden oft zur Klarheit mit Bindestrich gegliedert oder im Schriftbild durch Groß- und Kleinschreibung in Lesetexte eingebettet. In der Verständlichkeit hilft es, beim Analysieren von rechts nach links zu lesen.
Word/Phrase | Definition |
|---|---|
Fahrticketautomat | |
Autobahnrasthof | |
Wasserglashersteller | |
Studentenausweisnummer | Die Nummer auf einem Studentenausweis. #️⃣ |
Verschlussmechanismus |
Zusammenfassung
Komposita bestehen aus Bestimmungswort und Grundwort, werden meist zusammengeschrieben und übernehmen Genus und Plural vom Grundwort. Fugenelemente wie -s- treten häufig auf, ändern aber nicht die Grundregel. Die Bedeutung wird durch die Teilwörter analysiert, wobei das rechte Wort die Hauptkategorie liefert.