Steigerung der Adverbien in DeutschA2
Lerne, wie Adverbien gesteigert werden: Regeln, Beispiele und Übungen zur korrekten Verwendung der Steigerungsformen im Alltag.
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Prerequisites
Gemeinsam
Adverbien beschreiben Verben, Adjektive oder andere Adverbien und können deshalb eine graduelle Bedeutung tragen. Viele Adverbien sehen dabei genauso aus wie Adjektive, sodass ihre Steigerung oft nach denselben Formen wirkt, obwohl die grammatische Funktion im Satz verschieden ist. Gerade diese Nähe zwischen Form und Funktion führt dazu, dass Lernende Komparativ und Superlativ leicht mit der Grundform verwechseln.
Komparativ
Für Adverbien der Art und Weise wird der Komparativ meist mit der Endung er gebildet, wenn ein adjektivischer Stamm vorliegt. So wird schnell zu schneller, während am schnellsten den Superlativ ausdrückt. Bei adverbialem Vergleich bleibt die Form unflektiert, weil das Adverb nicht wie ein Adjektiv an ein Nomen angeglichen wird.
| Regel | Beispiel | |
|---|---|---|
Superlativ
Der Superlativ erscheint bei vielen Adverbien als am plus Stamm plus sten und beschreibt den höchsten Grad im Vergleich. Auch hier gilt: Ein adverbial verwendetes Wort bleibt formal unverändert, während die Steigerungsform die Beziehung im Satz markiert. Unregelmäßige Formen wie am besten oder am meisten müssen als feste Muster gespeichert werden.
| Regel | Beispiel | |
|---|---|---|
Gern und lieber
Gern ist ein Sonderfall der Präferenz und steigert sich nicht regelmäßig, sondern zu lieber und am liebsten. Diese Formen drücken Haltung, Vorliebe und Bereitschaft aus und gehören deshalb zu den wichtigsten unregelmäßigen Adverbien im Deutschen. In vielen Sprechlagen sind sie viel gebräuchlicher als eine wörtlich gebildete Steigerung.
| Wort oder Wendung | Definition | Beispiel | |
|---|---|---|---|
| Drückt eine positive Vorliebe oder Bereitschaft aus. | |||
| Drückt einen stärkeren Vorzug gegenüber einer anderen Möglichkeit aus. | |||
| Drückt die stärkste Vorliebe aus. | |||
| Ist ein unregelmäßig gesteigertes Adverb mit der Form besser. | |||
| Wird im Vergleich meist zu mehr gesteigert. | |||
| Bildet regelmäßig schneller und am schnellsten. | |||
| Bezeichnet einen Ort und wird normalerweise nicht gesteigert. | |||
| Bezeichnet Zeit und wird normalerweise nicht gesteigert. | |||
| Wird bei Menge, Grad oder abstrakten Vergleichen oft statt er verwendet. | |||
| Ist die gesteigerte Form von gut und oft die passende Wahl. |
Grenzfälle
Nicht jedes Adverb eignet sich für eine regelmäßige Steigerung, und manche Wörter werden nur selten oder unüblich mit er oder am plus sten gebraucht. Besonders bei Zeit, Ort und anderen festen Lageangaben ist die Bedeutung statisch, sodass Steigerung keinen natürlichen Vergleich bildet. Wo eine direkte Form sperrig klingt, ist eine Umschreibung mit mehr, am meisten oder einem anderen Ausdruck meist die bessere Lösung.
| Regel | Beispiel | |
|---|---|---|
Kernregel
Für die Wahl der Steigerung ist zuerst die Bedeutung entscheidend und erst dann die Form. Handelt es sich um ein Adverb der Art und Weise mit adjektivischem Stamm, sind er und am plus sten meist die richtige Wahl. Geht es dagegen um Menge, Grad, abstrakte Bewertung, Zeit oder Ort, ist oft mehr, am meisten oder eine Umschreibung natürlicher als eine regelmäßige Endung. Unregelmäßige Formen wie besser, mehr, lieber und am liebsten gehören als feste Ausnahmen zum aktiven Wortschatz.