Kausative Konstruktionen
Dieses Modul behandelt kausative Konstruktionen im Deutschen, inklusive Verwendung, Bildung und Unterschiede zu anderen Verbformen. Perfekt für Fortgeschrittene, die präzise ausdrucksstark sprechen möchten.
Kausalität
Kausativ bedeutet, dass jemand bewirkt, dass etwas geschieht. Im Deutschen drückt man das oft mit bestimmten Verben, mit lassen, mit machen oder mit Konstruktionen wie dafür sorgen aus. Der Verursacher ist der Kausator, und das Ausgeführte ist das Resultat. Die Struktur ordnet, wer entscheidet und wer handelt.
Lassen
Lassen ist das zentrale kausative Hilfsverb im Deutschen. Es bedeutet, dass jemand etwas erlauben, veranlassen oder organisieren kann, oft ohne es selbst zu tun. Typisch ist lassen mit Infinitiv ohne zu: Ich lasse ihn kommen. Der Subjekt bleibt derjenige, der die Handlung veranlasst.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Ich verwende lassen, um zu sagen, dass ich etwas veranlasse. | |
Nach lassen steht der Infinitiv ohne zu. | |
Mit lassen kann erlauben gemeint sein, je nach Kontext. |
Lassen-Struktur
Typisch ist die Struktur: Subjekt + lassen + Akkusativobjekt + Infinitiv. Das Akkusativobjekt ist oft die Person, die etwas tut, oder die Sache, an der etwas getan wird. Der Infinitiv nennt die Handlung. Die Satzstellung folgt den normalen Regeln für Haupt- und Nebensätze.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Ich bilde Sätze mit: Subjekt lässt Objekt Infinitiv. | |
Das Objekt kann eine Person oder eine Sache sein. | |
Im Perfekt steht lassen als Partizip II: gelassen. |
Lassen mit Sache
Bei lassen mit Sachen meine ich oft, dass etwas bearbeitet wird oder einen Zustand behält. Das Objekt ist dann die Sache, nicht die ausführende Person. Häufige Kontexte sind Handwerk, Dienstleistung und Einstellungen. Der Handelnde bleibt der, der es veranlasst.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Ich sage lassen mit Sachen, wenn ich eine Dienstleistung veranlasse. | |
Ich sage lassen mit Sachen, wenn ich einen Zustand erhalte. |
Lassen mit Person
Bei lassen mit Personen meint der Satz oft, dass jemand die Erlaubnis oder den Auftrag bekommt. Das Akkusativobjekt ist die Person, die die Handlung im Infinitiv ausführt. Der Unterschied zu machen ist, dass lassen weniger Zwang betonen kann. Der Kontext entscheidet, ob es um Erlaubnis oder Veranlassung geht.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Ich sage lassen mit Person als Objekt, wenn jemand etwas tun soll oder darf. | |
Der Infinitiv zeigt, was die Person tut. |
Machen
Machen kann im Kausativ bedeuten, dass etwas bewirkt wird, oft mit Adjektiven oder mit zu. Es betont das Resultat oder die Veränderung. Die Struktur ist oft: etwas macht jemanden Adjektiv oder etwas macht etwas zu etwas. Der Fokus liegt auf dem Ergebnis, nicht nur auf der Erlaubnis.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Ich verwende machen, um eine Veränderung oder ein Resultat auszudrücken. | |
Mit zu drücke ich aus, dass etwas zu etwas wird. |
Veranlassen
Veranlassen ist ein formelleres Verb für bewirken, dass etwas passiert. Es wird oft mit einem Nebensatz mit dass oder mit zu plus Infinitiv verwendet. Der Satz nennt klar, wer etwas initiiert und was geschehen soll. In schriftlicher Sprache wirkt veranlassen präzise und distanziert.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Ich verwende veranlassen, um formell zu sagen, dass ich etwas bewirke. | |
Mit zu plus Infinitiv nenne ich die gewünschte Handlung. |
Dafür sorgen
Dafür sorgen bedeutet, sich darum zu kümmern, dass etwas geschieht. Es ist kausativ im Sinn von organisieren oder gewährleisten. Oft folgt ein dass-Satz, der das Resultat beschreibt. Der Sprecher bleibt die kontrollierende Instanz.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Ich sage dafür sorgen, um Verantwortung für ein Ergebnis auszudrücken. | |
Der dass-Satz nennt, was erreicht wird. |
Ohne zu verwechseln
Kausative Konstruktionen unterscheiden sich von einfachen Aktivsätzen, weil der Kausator und der Ausführende getrennt sein können. Mit lassen bleibt der Kausator das Subjekt, auch wenn jemand anderes handelt. Mit machen steht oft das Resultat im Mittelpunkt, nicht die Durchführung. Passiv drückt dagegen aus, dass das Resultat geschieht, ohne den Kausator zu nennen.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Mit lassen sage ich, wer etwas veranlasst, und wer es tut. | |
Mit Passiv nenne ich meist nur das Ergebnis, nicht den Veranlasser. | |
Mit machen betone ich das Ergebnis oder den Zustand. |
Kurzüberblick
Lassen bildet den Kern des Deutschen Kausativs und steht mit Infinitiv ohne zu. Machen betont Resultate, oft mit Adjektiv oder mit zu. Veranlassen und dafür sorgen sind Alternativen für formelle oder organisatorische Kausalität. Die Wahl hängt davon ab, ob ich Auftrag, Erlaubnis oder Ergebnis ausdrücken will.
Wort/Wendung | Definition | Beispiel |
|---|---|---|
Ich bewirke, dass jemand etwas tut oder dass etwas getan wird. | Ich lasse die Tür reparieren. | |
Ich bewirke ein Resultat oder eine Veränderung. | Die Musik macht mich ruhig. | |
Ich initiiere formell, dass etwas geschieht. | Die Leitung hat eine Überprüfung veranlasst. | |
Ich kümmere mich darum, dass ein Ergebnis eintritt. | Er sorgt dafür, dass der Termin eingehalten wird. |