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Infinitive

Der Infinitiv im Deutschen Grundform der Verben. Dieser Kurs behandelt Bildung, Verwendung und wichtige Regeln des Infinitivs im Deutschen.

Grundform

Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs und endet im Deutschen meist auf -en oder seltener auf -n. Er steht als unveränderte Form im Wörterbuch und trägt keine Person, kein Numerus, kein Tempus und kein Modus.

Regel
Beispiel
Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs.
lesen 📚 Ich möchte heute lesen.
Die häufigste Endung des Infinitivs ist -en.
spielen 🎲 Wir beginnen zu spielen.
Einige Verben enden im Infinitiv auf -n.
handeln 🤲 Er versucht, richtig zu handeln.

Infinitiv mit zu

Der Infinitiv mit zu wird verwendet, um Nebensätze zu verkürzen oder Absichten, Pläne und Bewertungen auszudrücken. Zu steht im einfachen Infinitiv vor dem Verb und bleibt zusammen als Einheit.

Regel
Beispiel
Zu steht vor dem Infinitiv.
zu kommen 🚪 Ich habe vergessen, zu kommen.
Der Infinitiv mit zu kann ein Objekt oder ein Subjekt ersetzen.
zu lernen 📝 Es ist wichtig, zu lernen.
Der Infinitiv mit zu steht oft nach bestimmten Ausdrücken.
zu bleiben 🏡 Ich habe vor, zu bleiben.

Ohne zu

Einige Verben, Modalverben, Wahrnehmungsverben und lassen stehen im Deutschen den Infinitiv ohne zu. In diesen Konstruktionen folgt der Infinitiv direkt und bleibt unverändert.

Regel
Beispiel
Modalverben fordern den Infinitiv ohne zu.
gehen 🚶‍♂️ Ich muss jetzt gehen.
Lassen steht mit Infinitiv ohne zu.
arbeiten 🛠️ Wir lassen ihn arbeiten.
Wahrnehmungsverben wie sehen und hören stehen oft mit Infinitiv ohne zu.
singen 🎤 Ich höre sie singen.

Modalverben

Modalverben verbinden sich mit einem zweiten Verb im Infinitiv ohne zu, um Notwendigkeit, Möglichkeit, Wunsch oder Verpflichtung auszudrücken. Das Modalverb wird konjugiert, der Infinitiv bleibt am Satzende.

Regel
Beispiel
Das Modalverb wird konjugiert, der Infinitiv bleibt ohne zu.
bleiben ⏸️ Ich kann nicht bleiben.
Der Infinitiv steht am Ende des Satzes.
kommen 🔜 Du sollst früher kommen.
Modalverben bilden die Zeit mit dem Modalverb, nicht mit dem Infinitiv.
arbeiten 💼 Wir wollen morgen arbeiten.

Verbfolgen

Bei Infinitivkonstruktionen steht der Infinitiv mit oder ohne zu typischerweise am Satzende oder am Ende des Nebensatzteils. In Sätzen mit mehreren Verben bleibt der Infinitiv die unveränderte Form und schließt die Verbgruppe ab.

Regel
Beispiel
Der Infinitiv steht am Ende der Konstruktion.
zu helfen 🤝 Er versucht, mir zu helfen.
Bei mehreren Verben steht der Infinitiv meist ganz am Ende.
kommen Ich habe vergessen, pünktlich zu kommen.
Auch mit Modalverb steht der Infinitiv am Satzende.
gehen 🏃‍♀️ Sie möchte früher gehen.

Infinitivsatz

Ein Infinitivsatz ist eine Nebensatzkonstruktion mit zu + Infinitiv, oft mit einem Einleiter wie um, ohne, statt, anstatt oder daran/dafür. Der Infinitivsatz kann im Satz verschiedene Funktionen übernehmen, zum Beispiel als Ergänzung oder als Subjekt.

Regel
Beispiel
Um leitet einen Infinitivsatz mit Ziel oder Zweck ein.
zu lernen 🎯 Er kommt, um zu lernen.
Ohne leitet einen Infinitivsatz mit Vermeidung ein.
zu sprechen 🤐 Sie ging, ohne zu sprechen.
Statt kann einen alternativen Infinitivsatz einleiten.
zu schlafen 🌙 Statt zu schlafen, liest er.

zu-Position

Bei einfachen Verben steht zu direkt vor dem Infinitiv. Bei trennbaren Verben und Perfekt/Passiv-Formen steht zu zwischen den Bestandteilen oder vor dem Partizip, je nach Struktur der Infinitivkonstruktion.

Regel
Beispiel
Bei einfachen Verben steht zu vor dem Infinitiv.
zu schreiben ✒️ Ich habe beschlossen, zu schreiben.
Bei trennbaren Verben steht zu zwischen Präfix und Stamm.
abzuholen 🚗 Ich plane, dich abzuholen.
Bei zu + Perfekt-Form steht zu vor dem Partizip II mit haben oder sein.
gekommen zu sein 🎉 Er freut sich, gekommen zu sein.

Trennbare Verben

Trennbare Verben bilden den Infinitiv mit -en und behalten ihr Präfix im Infinitiv. Mit zu wird oft die Form Präfix + zu + Stamm gebildet, wenn der Infinitivsatz verwendet wird.

Regel
Beispiel
Der Infinitiv trennbarer Verben behält das Präfix.
ankommen 🚆 Er hofft, rechtzeitig anzukommen.
Mit zu steht das Präfix vor zu im Infinitiv.
aufzustehen Sie versucht, früher aufzustehen.
Der Infinitiv bleibt unverändert, auch wenn das Verb trennbar ist.
mitzubringen 🎁 Wir bitten dich, etwas mitzubringen.

Typische Auslöser

Bestimmte Verben, Adjektive und Substantive verlangen im Deutschen häufig einen Infinitiv mit zu als Ergänzung. Diese Ausdrücke prägen, ob im Satz ein zu-Infinitiv sinnvoll und korrekt ist.

Wort/Phrase
Definition
Beispiel
🙈vergessen
Dieses Verb verlangt oft einen Infinitiv mit zu als Ergänzung.
Ich habe vergessen, den Termin zu bestätigen.
🧪versuchen
Dieses Verb wird typischerweise mit einem zu-Infinitiv ergänzt.
Er versucht, ruhig zu bleiben.
🔄bereit sein
Diese Wendung steht oft mit zu-Infinitiv.
Ich bin bereit, Ihnen zu helfen.
🎯die Absicht haben
Dieses Substantiv wird häufig mit zu-Infinitiv verwendet.
Sie hat die Absicht, Deutsch zu lernen.
📌wichtig sein
Dieses Adjektiv steht oft mit zu-Infinitiv.
Es ist wichtig, pünktlich zu sein.

Zusammenfassung

Der Infinitiv ist die unveränderte Grundform, meist auf -en. Mit zu bildet er Infinitivkonstruktionen, die im Satz typischerweise am Ende stehen. Modalverben und lassen stehen mit Infinitiv ohne zu, und typische Ausdrücke steuern, ob ein zu-Infinitiv folgt.