🪞

Reflexivpronomen

Dieses Modul behandelt reflexive Pronomen im Deutschen. Lerne, wie man reflexive Pronomen richtig verwendet, um Handlungen, die sich auf das Subjekt beziehen, auszudrücken.

Reflexivität

Reflexivität bedeutet, dass das Subjekt und das Objekt einer Handlung identisch sind. Im Deutschen zeigt man das mit reflexiven Pronomen. Viele Verben ändern ihre Bedeutung oder werden erst durch das Reflexivpronomen vollständig. Das Reflexivpronomen steht oft im Akkusativ, manchmal im Dativ.

Akkusativ

Die meisten reflexiven Verben stehen mit dem Reflexivpronomen im Akkusativ. Das Reflexivpronomen ersetzt dann ein direktes Objekt, das mit dem Subjekt identisch ist. Typische Verben sind sich waschen, sich erinnern und sich freuen.

Regel
Beispiel
Die meisten reflexiven Verben stehen mit Akkusativ.
🛁Ich wasche mich
Das Reflexivpronomen meint das Subjekt selbst als Objekt.
🌱Du erinnerst dich

Dativ

Manche Verben oder Wendungen brauchen das Reflexivpronomen im Dativ, oft zusammen mit einem weiteren Objekt. Das Reflexivpronomen zeigt dann meist Besitz oder eine persönliche Betroffenheit. Typisch ist die Struktur sich etwas kaufen oder sich die Hände waschen.

Regel
Beispiel
Mit Dativ steht oft noch ein Akkusativobjekt in der gleichen Satzstruktur.
✋Ich wasche mir die Hände
Dativ drückt oft aus, dass etwas für die eigene Person geschieht.
📖Sie kauft sich ein Buch

Formen Singular

Im Singular lauten die Reflexivpronomen mich, dich und sich. Ich verwende mich, du verwendest dich, er, sie und es verwenden sich. Die Wahl hängt von der Person des Subjekts.

Subjekt
Form
Beispiel
ich
mich
🎉Ich freue mich
du
dich
🪑Du setzt dich
er/sie/es
sich
⏰Sie beeilt sich

Formen Plural

Im Plural lauten die Reflexivpronomen uns, euch und sich. Wir verwenden uns, ihr verwendet euch, sie verwenden sich. Auch im Plural bleibt bei dritter Person das sich.

Subjekt
Form
Beispiel
wir
uns
🤝Wir treffen uns
ihr
euch
🙇Ihr entschuldigt euch
sie
sich
🔔Sie erinnern sich

Sie-Form

Die Höflichkeitsform Sie benutzt wie die dritte Person Plural das Reflexivpronomen sich. Im Satz steht Sie als Subjekt, das Pronomen bleibt sich. Die Sie-Form kann im Singular und im Plural stehen.

Regel
Beispiel
Die Höflichkeitsform Sie verwendet sich.
🚪Entschuldigen Sie sich bitte
Sie bleibt grammatisch wie sie (Plural) beim Reflexivpronomen.
🔁Wiederholen Sie sich nicht

Wortstellung

Das Reflexivpronomen steht im Hauptsatz normalerweise nach dem finiten Verb. Mit Modalverb oder im Perfekt steht es bei den Vollverben im Mittelfeld. In Nebensätzen steht das Reflexivpronomen nach dem Subjekt und vor dem Verbkomplex.

Regel
Beispiel
Im Hauptsatz steht das Reflexivpronomen nach dem Verb.
📅Ich erinnere mich daran
Im Nebensatz steht das Reflexivpronomen vor dem Vollverb am Satzende.
🧠 weil ich mich daran erinnere

Typische Verben

Einige Verben sind im Deutschen regelmäßig reflexiv und werden mit Reflexivpronomen verwendet. Ihre Bedeutung ist oft fest an die reflexive Form gebunden. Ohne Reflexivpronomen kann sich die Bedeutung verändern oder der Satz ungrammatisch werden.

Wort/Phrase
Definition
Beispiel
sich vorstellen
Jemand nennt seinen Namen und gibt Informationen über sich selbst.
🎤Ich stelle mich vor
sich erinnern
Jemand hat etwas im Gedächtnis.
📝Du erinnerst dich an den Termin
sich beeilen
Jemand handelt schneller.
🚆Wir beeilen uns zur Bahn
sich freuen
Jemand empfindet Freude über etwas.
🌞Sie freut sich auf das Wochenende

Mit Präposition

Viele reflexive Verben stehen mit einer festen Präposition. Das Reflexivpronomen bleibt erhalten und die Ergänzung kommt mit der richtigen Präposition. Die Präposition bestimmt oft den Kasus der Ergänzung, nicht des Reflexivpronomens.

Wort/Phrase
Definition
Beispiel
sich freuen auf
Jemand erwartet etwas positiv in der Zukunft.
🏖️Ich freue mich auf den Urlaub
sich erinnern an
Jemand denkt an etwas Bestimmtes.
🗨️Wir erinnern uns an das Gespräch
sich interessieren für
Jemand findet etwas spannend oder wichtig.
🎶Sie interessiert sich für Musik

Reflexiv vs. nicht

Manche Verben können reflexiv und nicht reflexiv vorkommen, je nach Bedeutung. Mit Reflexivpronomen bezieht sich die Handlung auf das Subjekt. Ohne Reflexivpronomen kann ein anderes Objekt gemeint sein.

Regel
Beispiel
Mit Reflexivpronomen ist das Subjekt auch das Objekt der Handlung.
👔Er zieht sich an
Ohne Reflexivpronomen ist oft ein anderes Objekt gemeint.
🧒Er zieht das Kind an