Konditional
Deutsche Konditional-Module: Lernen Sie den Gebrauch des Konditionals im Deutschen, inklusive Bildung und Anwendung in verschiedenen Zeiten und Situationen.
Funktion
Das deutsche Konditional drückt eine Bedingung und eine Folge aus. Häufig wird es mit "wenn" für die Bedingung und einem passenden Verbalsatz für die Folge gebildet. Die typische Alltagssprache verwendet dafür oft das Konjunktiv II. Die Folge kann ein Wunsch, eine Möglichkeit oder eine hypothetische Aussage sein.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Eine Bedingung führt zu einer Folge. | |
Wünsche und Möglichkeiten stehen meist im Konjunktiv II. |
Struktur
Ein Konditionalsatz besteht meist aus einem Bedingungssatz und einem Folgesatz. Der Bedingungssatz beginnt oft mit "wenn" und hat die Verbzweitstellung am Satzende. Der Folgesatz steht mit normaler Wortstellung, besonders nach einem Komma.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Der Bedingungssatz mit "wenn" stellt das konjugierte Verb ans Satzende. | |
Der Folgesatz hat normale Verbzweitstellung. |
Konjunktiv II
Der Konjunktiv II drückt Irrealität, Höflichkeit oder Unsicherheit aus und ist die zentrale Form für das Konditional im Alltag. Er wird mit Präteritum-Stämmen, oft mit Umlaut, gebildet. Bei schwachen Verben und vielen regelmäßigen Formen entsteht Gleichklang mit dem Präteritum, deshalb nutzt man häufig Ersatzformen mit "würde".
Subjekt | Form | Beispiel |
|---|---|---|
ich | hätte | |
du | wärst | |
er/sie/es | könnte | |
wir | würden | |
ihr | wärt | |
sie | machten |
würde-Form
Die "würde"-Form ersetzt den Konjunktiv II, wenn die einfache Form unklar oder ungebräuchlich klingt. Sie kombiniert "würde" im Konjunktiv II mit dem Infinitiv des Vollverbs. In Konditionalsätzen steht sie meist im Hauptsatz oder in beiden Teilen bei starker Irrealität.
Regel | Beispiel |
|---|---|
"würde" plus Infinitiv drückt das Konditional klar und höflich aus. | |
Bei Unsicherheit oder Zukunft wird oft die "würde"-Form gewählt. |
Zeiten
Das Konditional kann sich auf Gegenwart oder Zukunft beziehen, bleibt aber meist formal im Konjunktiv II oder mit "würde". Für Vorzeitigkeit benutzt man den Konjunktiv II der Perfektumschreibungen mit "haben" oder "sein". Die Auswahl zeigt, ob die Bedingung und die Folge gleichzeitig, zukünftig oder vorzeitig gemeint sind.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Gegenwart oder Zukunft nutzt Konjunktiv II oder "würde". | |
Vorzeitigkeit nutzt "hätte" oder "wäre" mit Partizip II. |
Perfekt-Konditional
Der irreale Konditional der Vergangenheit wird mit "hätte" oder "wäre" plus Partizip II gebildet. Er drückt aus, dass etwas in der Vergangenheit nicht passiert ist, aber zu einer Folge geführt hätte. Auch die Folge kann mit "hätte" plus Partizip II stehen.
Subjekt | Form | Beispiel |
|---|---|---|
ich | hätte gemacht | |
du | wärest gekommen | |
wir | hätten gesehen | |
sie | wären geblieben |
Ohne "wenn"
Konditional kann auch ohne "wenn" stehen, oft durch Inversion oder mit "falls". Inversion setzt den Subjektteil vor das Verb und klingt formeller oder pointierter. "Falls" drückt eine eher unsichere oder vorsichtige Bedingung aus.
Wort/Phrase | Definition | Beispiel |
|---|---|---|
Falls | "Falls" leitet eine Bedingung ein und klingt oft vorsichtig. | |
Inversion | Eine Inversion kann die Bedingung ohne "wenn" ausdrücken. |
Höflichkeit
Der Konjunktiv II wird im Deutschen für höfliche Bitten, Vorschläge und Fragen verwendet. Häufige Verben sind "könnte", "hätte", "wäre" und "würde". Die Form signalisiert, dass die Aussage zurückhaltend oder nicht als Forderung gemeint ist.
Wort/Phrase | Definition | Beispiel |
|---|---|---|
könnte | "könnte" drückt eine höfliche Möglichkeit oder Bitte aus. | |
hätte | "hätte" formuliert einen Wunsch oder eine vorsichtige Bitte. | |
wäre | "wäre" macht Vorschläge höflicher. | |
würde | "würde" macht Aussagen und Bitten weniger direkt. |
Typen
Man unterscheidet im Deutschen zwischen realen und irrealen Bedingungen. Reale Bedingungen verwenden meist den Indikativ, irrealen Bedingungen verwenden den Konjunktiv II. Im Alltag meint "Konditional" fast immer den irrealen Typ mit Konjunktiv II.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Reale Bedingungen nutzen den Indikativ. | |
Irreale Bedingungen nutzen den Konjunktiv II. |
Alltag
Im Alltag wird das Konditional oft für Vorschläge, Pläne unter Vorbehalt und höfliche Kommunikation genutzt. Typisch sind kurze Sätze mit "würde", besonders in Gesprächen. Der Bedingungsteil kann auch implizit bleiben, wenn die Folge im Fokus steht.
Regel | Beispiel |
|---|---|
Die Folge kann alleine stehen, wenn die Bedingung klar ist. | |
Vorschläge und Pläne nutzen häufig "würde". |