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Konditional

Deutsche Konditional-Module: Lernen Sie den Gebrauch des Konditionals im Deutschen, inklusive Bildung und Anwendung in verschiedenen Zeiten und Situationen.

Funktion

Das deutsche Konditional drückt eine Bedingung und eine Folge aus. Häufig wird es mit "wenn" für die Bedingung und einem passenden Verbalsatz für die Folge gebildet. Die typische Alltagssprache verwendet dafür oft das Konjunktiv II. Die Folge kann ein Wunsch, eine Möglichkeit oder eine hypothetische Aussage sein.

Regel
Beispiel
Eine Bedingung führt zu einer Folge.
🌧️Wenn es regnet, bleibe ich zu Hause.
Wünsche und Möglichkeiten stehen meist im Konjunktiv II.
😴Ich würde gern länger schlafen.

Struktur

Ein Konditionalsatz besteht meist aus einem Bedingungssatz und einem Folgesatz. Der Bedingungssatz beginnt oft mit "wenn" und hat die Verbzweitstellung am Satzende. Der Folgesatz steht mit normaler Wortstellung, besonders nach einem Komma.

Regel
Beispiel
Der Bedingungssatz mit "wenn" stellt das konjugierte Verb ans Satzende.
⏰Wenn ich Zeit habe, komme ich vorbei.
Der Folgesatz hat normale Verbzweitstellung.
🚶‍♂️Ich komme vorbei, wenn ich Zeit habe.

Konjunktiv II

Der Konjunktiv II drückt Irrealität, Höflichkeit oder Unsicherheit aus und ist die zentrale Form für das Konditional im Alltag. Er wird mit Präteritum-Stämmen, oft mit Umlaut, gebildet. Bei schwachen Verben und vielen regelmäßigen Formen entsteht Gleichklang mit dem Präteritum, deshalb nutzt man häufig Ersatzformen mit "würde".

Subjekt
Form
Beispiel
ich
hätte
💸Wenn ich mehr Geld hätte, würde ich reisen.
du
wärst
😀Wenn du hier wärst, wäre ich froh.
er/sie/es
könnte
🆘Er könnte helfen, wenn er Zeit hätte.
wir
würden
🚗Wir würden kommen, wenn wir könnten.
ihr
wärt
🏃‍♂️Ihr wärt schneller, wenn ihr früher startet.
sie
machten
🎯Wenn sie mehr übten, machten sie weniger Fehler.

würde-Form

Die "würde"-Form ersetzt den Konjunktiv II, wenn die einfache Form unklar oder ungebräuchlich klingt. Sie kombiniert "würde" im Konjunktiv II mit dem Infinitiv des Vollverbs. In Konditionalsätzen steht sie meist im Hauptsatz oder in beiden Teilen bei starker Irrealität.

Regel
Beispiel
"würde" plus Infinitiv drückt das Konditional klar und höflich aus.
🤲Wenn ich Zeit hätte, würde ich dir helfen.
Bei Unsicherheit oder Zukunft wird oft die "würde"-Form gewählt.
🏡Wenn es morgen regnen würde, bliebe ich zu Hause.

Zeiten

Das Konditional kann sich auf Gegenwart oder Zukunft beziehen, bleibt aber meist formal im Konjunktiv II oder mit "würde". Für Vorzeitigkeit benutzt man den Konjunktiv II der Perfektumschreibungen mit "haben" oder "sein". Die Auswahl zeigt, ob die Bedingung und die Folge gleichzeitig, zukünftig oder vorzeitig gemeint sind.

Regel
Beispiel
Gegenwart oder Zukunft nutzt Konjunktiv II oder "würde".
🚶Wenn ich jetzt frei wäre, würde ich spazieren gehen.
Vorzeitigkeit nutzt "hätte" oder "wäre" mit Partizip II.
🚌Wenn ich früher gegangen wäre, hätte ich den Bus bekommen.

Perfekt-Konditional

Der irreale Konditional der Vergangenheit wird mit "hätte" oder "wäre" plus Partizip II gebildet. Er drückt aus, dass etwas in der Vergangenheit nicht passiert ist, aber zu einer Folge geführt hätte. Auch die Folge kann mit "hätte" plus Partizip II stehen.

Subjekt
Form
Beispiel
ich
hätte gemacht
⏱️Wenn ich Zeit gehabt hätte, hätte ich es gemacht.
du
wärest gekommen
🎫Wenn du eingeladen gewesen wärst, wärest du gekommen.
wir
hätten gesehen
🎬Wir hätten den Film gesehen, wenn wir Tickets gehabt hätten.
sie
wären geblieben
😴Sie wären länger geblieben, wenn sie nicht müde gewesen wären.

Ohne "wenn"

Konditional kann auch ohne "wenn" stehen, oft durch Inversion oder mit "falls". Inversion setzt den Subjektteil vor das Verb und klingt formeller oder pointierter. "Falls" drückt eine eher unsichere oder vorsichtige Bedingung aus.

Wort/Phrase
Definition
Beispiel
Falls
"Falls" leitet eine Bedingung ein und klingt oft vorsichtig.
💬Falls du Fragen hast, helfe ich dir gern.
Inversion
Eine Inversion kann die Bedingung ohne "wenn" ausdrücken.
⏱️Hätte ich Zeit, käme ich mit.

Höflichkeit

Der Konjunktiv II wird im Deutschen für höfliche Bitten, Vorschläge und Fragen verwendet. Häufige Verben sind "könnte", "hätte", "wäre" und "würde". Die Form signalisiert, dass die Aussage zurückhaltend oder nicht als Forderung gemeint ist.

Wort/Phrase
Definition
Beispiel
könnte
"könnte" drückt eine höfliche Möglichkeit oder Bitte aus.
🪟Könnte ich bitte das Fenster öffnen?
hätte
"hätte" formuliert einen Wunsch oder eine vorsichtige Bitte.
☕Ich hätte gern einen Kaffee.
wäre
"wäre" macht Vorschläge höflicher.
🕒Wäre es möglich, später zu kommen?
würde
"würde" macht Aussagen und Bitten weniger direkt.
💳Ich würde gern bezahlen.

Typen

Man unterscheidet im Deutschen zwischen realen und irrealen Bedingungen. Reale Bedingungen verwenden meist den Indikativ, irrealen Bedingungen verwenden den Konjunktiv II. Im Alltag meint "Konditional" fast immer den irrealen Typ mit Konjunktiv II.

Regel
Beispiel
Reale Bedingungen nutzen den Indikativ.
📅Wenn ich morgen Zeit habe, komme ich mit.
Irreale Bedingungen nutzen den Konjunktiv II.
📅Wenn ich morgen Zeit hätte, käme ich mit.

Alltag

Im Alltag wird das Konditional oft für Vorschläge, Pläne unter Vorbehalt und höfliche Kommunikation genutzt. Typisch sind kurze Sätze mit "würde", besonders in Gesprächen. Der Bedingungsteil kann auch implizit bleiben, wenn die Folge im Fokus steht.

Regel
Beispiel
Die Folge kann alleine stehen, wenn die Bedingung klar ist.
🚪Ich würde jetzt gehen.
Vorschläge und Pläne nutzen häufig "würde".
☎️Wir würden morgen anrufen.