Konstruktionen mit Verben
Lerne Konstruktionen mit Verben im Deutschen sicher zu verwenden: mit Infinitiv, Präpositionen und Ergänzungen.
Viele deutsche Verben verbinden sich nicht frei mit ihren Ergänzungen. Sie verlangen oft eine bestimmte Konstruktion, zum Beispiel einen Infinitiv mit zu, eine feste Präposition, den Akkusativ oder den Dativ. Bei einigen Verben gibt es je nach Bedeutung, Stil oder Region Unterschiede, deshalb muss man die Konstruktion oft mit dem Verb zusammen lernen.
Einige Verben stehen mit einem zweiten Verb im Infinitiv mit zu. Das konjugierte Verb steht zuerst, und der Infinitiv mit zu bildet den zweiten Teil der Konstruktion. Modalverben und einige wenige Verben wie lassen stehen normalerweise ohne zu.
| Regel |
|---|
| Nach vielen Verben der Absicht oder Planung steht ein Infinitiv mit zu, zum Beispiel bei beginnen, versuchen und vorhaben 🧩. |
| Bei brauchen ist die Form mit zu üblich, wenn ein weiterer Infinitiv folgt, aber in gesprochener Sprache kommt auch brauchen ohne zu vor 🗣️. |
| Modalverben wie können, müssen und wollen bilden die Konstruktion mit reinem Infinitiv ohne zu ⚙️. |
| Nach lassen steht normalerweise ebenfalls der reine Infinitiv ohne zu 🔧. |
Viele Verben verbinden sich mit einer festen Präposition. Diese Präposition bestimmt dann auch oft den Kasus der Ergänzung. Die Wahl der Präposition ist nicht immer logisch, sondern hängt vom einzelnen Verb ab.
| Wort oder Wendung | Definition |
|---|---|
| Dieses Verb steht mit auf und meist mit einer Akkusativergänzung 🎯. | |
| Dieses Verb steht mit an und meist mit einer Akkusativergänzung 🧠. | |
| Dieses Verb steht mit an und meist mit einer Dativergänzung 📍. | |
| Dieses Verb steht mit von und mit einer Dativergänzung ⚖️. | |
| Dieses Verb steht mit für und mit einer Akkusativergänzung 📘. |
Einige Verben verlangen direkt eine Ergänzung im Akkusativ, andere im Dativ. Bei manchen Verben sind sogar zwei Ergänzungen möglich, oft eine im Dativ und eine im Akkusativ. Welche Ergänzung nötig ist, gehört zur Verbkonstruktion.
| Wort oder Wendung | Definition |
|---|---|
| Dieses Verb verlangt normalerweise eine Dativergänzung 🧭. | |
| Dieses Verb verlangt normalerweise eine Dativergänzung 📍. | |
| Dieses Verb verlangt normalerweise eine Akkusativergänzung 🎯. | |
| Dieses Verb verlangt normalerweise eine Akkusativergänzung 🧾. | |
| Dieses Verb kann eine Dativergänzung und zusätzlich eine Akkusativergänzung verbinden ⚖️. |
Einige Verben verbinden sich nicht mit einer Nominalergänzung oder einem Infinitiv, sondern mit einem Nebensatz. Häufig sind dass-Sätze, ob-Sätze oder indirekte Fragesätze. Die mögliche Satzart hängt vom Verb und von der Bedeutung ab.
| Regel |
|---|
| Verben des Sagens, Denkens oder Wissens verbinden sich oft mit einem dass-Satz, zum Beispiel sagen, glauben oder wissen 🧠. |
| Verben des Fragens oder Zweifelns stehen oft mit ob oder mit einem indirekten Fragesatz ❓. |
| Manche Verben erlauben je nach Bedeutung sowohl einen Nebensatz als auch eine andere Konstruktion, deshalb ist mehr als ein Anschluss möglich 🔄. |
Unpersönliche Verbkonstruktionen haben oft kein normales persönliches Subjekt. Häufig steht es als formales Subjekt oder die Aussage erscheint nur in der dritten Person Singular. Solche Konstruktionen verbinden sich oft mit einem Infinitiv oder einem Nebensatz.
| Wort oder Wendung | Definition |
|---|---|
| Diese unpersönliche Konstruktion zeigt an, dass etwas vorhanden ist 🧭. | |
| Diese Konstruktion verbindet das Verb fest mit um und einer Ergänzung im Akkusativ 📘. | |
| Diese Konstruktion steht oft mit auf und kann zusätzlich einen Nebensatz oder eine Infinitivgruppe anschließen 🧩. |
Infinitivgruppen erweitern eine Verbkonstruktion mit zu und einem eigenen Ergänzungsteil. Sie können von einem Verb, einem Nomen oder einem Adjektiv abhängen, bleiben aber als Verbgruppe erkennbar. In vielen Fällen trennt man sie schriftlich mit Komma, besonders wenn ein Hinweiswort oder ein ankündigendes Wort davor steht.
| Regel |
|---|
| Eine Infinitivgruppe enthält zu und ein Verb, oft mit eigenen Ergänzungen oder Angaben 🧱. |
| Nach Verben wie versuchen, hoffen oder vergessen erscheint häufig eine erweiterte Infinitivgruppe 🔗. |
| Die Kommasetzung ist oft nötig, wenn die Infinitivgruppe von einem Nomen oder einem Korrelat abhängt ✍️. |
| Im Sprachgebrauch gibt es bei einzelnen Verben Schwankungen zwischen Infinitivgruppe und Nebensatz, besonders im Stilvergleich zwischen gesprochener und schriftlicher Sprache 🗣️. |
Lernende können nun erkennen, welche Konstruktion ein gebräuchliches Verb verlangt. Sie können Verben mit Infinitiv, mit fester Präposition, mit bestimmtem Kasus, mit Nebensatzanschluss und in unpersönlichen Formen einordnen. Bei Verben mit schwankender oder regional unterschiedlicher Verwendung können sie beachten, dass mehr als eine Konstruktion möglich sein kann.