Partizipien
Partizipien im Deutschen: Funktionen, Bildung und Verwendung. Entdecke, wie du Partizipien in verschiedenen Zeiten und Modi richtig benutzt.
Überblick
Das Deutsche verwendet zwei zentrale Partizipien: das Partizip I beschreibt Gleichzeitigkeit oder eine andauernde Eigenschaft, das Partizip II drückt Vorzeitigkeit oder ein Ergebnis aus. Partizipien können als Teil von Verbformen stehen oder als adjektivische Bestandteile verwendet werden. Die Wahl des Partizips hängt davon ab, ob ein Zustand beschrieben wird oder eine abgeschlossene Handlung vorliegt.
Partizip I
Das Partizip I wird meist mit der Endung -end an den Verbstamm gebildet. Es beschreibt eine laufende Handlung oder eine gleichzeitige Aktion und funktioniert oft wie ein Adjektiv. In zusammengesetzten Formen steht es typischerweise nicht als Tempus, sondern als Beschreibung. Die Flexion als Adjektiv folgt den üblichen Adjektivendungen.
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Partizip II
Das Partizip II wird zur Bildung der Perfektzeiten, des Plusquamperfekts und des Passivs verwendet. Es drückt typischerweise eine abgeschlossene Handlung oder ein Ergebnis aus. Die Bildung hängt davon ab, ob das Verb regelmäßig oder unregelmäßig ist. Bei vielen Verben steht ge- als Präfix, bei anderen bleibt das Präfix aus, besonders bei Verben mit nicht trennbaren Vorsilben und bei vielen Verben auf -ieren.
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Unregelmäßige Formen
Unregelmäßige Verben ändern im Partizip II oft den Stamm und verwenden meist die Endung -en. Viele gebräuchliche Verben haben eigene Partizip-II-Formen, die gelernt werden müssen. Im System der Zeiten bleibt die Funktion gleich: Das Partizip II markiert Vorzeitigkeit oder Ergebnis.
| Word/Phrase | Definition |
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Zeitformen
Das Perfekt wird mit einer Form von haben oder sein plus Partizip II gebildet und beschreibt meist abgeschlossene Ereignisse mit Gegenwartsbezug. Das Plusquamperfekt verwendet hatten oder waren plus Partizip II und markiert Vorzeitigkeit gegenüber der Vergangenheit. Das Passiv verwendet werden plus Partizip II für das Vorgangspassiv. In allen diesen Konstruktionen trägt das Partizip II die Bedeutung der Abgeschlossenheit.
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Adjektivischer Gebrauch
Beide Partizipien können wie Adjektive verwendet werden und werden dann nach Genus, Numerus und Kasus flektiert. Das Partizip I beschreibt meist eine aktive, laufende Eigenschaft, das Partizip II eher eine resultative oder passive Eigenschaft. Die Wahl entscheidet, ob der Fokus auf dem Verlauf oder dem Ergebnis liegt. Die Endungen richten sich nach dem Begleiter und der Deklinationsart.
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