Partizipien
Entdecke die deutschen Partizipien: Bildung, Formen (Partizip I & II) und ihr praktischer Einsatz in Sätzen. Übe mit Beispielen und Aufgaben.
Überblick
Partizipien verbinden Verbformen mit Adjektiv und Satzbau. Partizip I beschreibt gleichzeitige oder andauernde Vorgänge und wirkt oft wie ein Adjektiv. Partizip II bildet die Grundform für Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II und das Passiv und kann außerdem attributiv verwendet werden. In festen Fügungen und Partizipialkonstruktionen verdichten Partizipien ganze Nebensätze zu knappen Satzteilen.
Partizip I
Partizip I wird aus dem Verbstamm mit der Endung end gebildet und drückt meist ein gleichzeitiges oder andauerndes Geschehen aus. Es kann attributiv wie ein Adjektiv verwendet werden und dann dekliniert werden. In freier Verwendung beschreibt es oft eine laufende Handlung oder eine begleitende Eigenschaft.
| Verb | Partizip I | Beispiel |
|---|---|---|
| spielen | ||
| lachen | ||
| schlafen |
Partizip II
Partizip II ist die wichtigste Nichtfinite Form für zusammengesetzte Zeitformen und das Passiv. Schwache Verben bilden es mit ge und Stamm plus t, starke Verben mit ge und Stammwechsel plus en. Gemischte Verben wechseln den Vokal und enden meist auf t, während Verben auf ieren kein ge erhalten und nur mit t enden.
| Verb | Partizip II | Beispiel |
|---|---|---|
| spielen | ||
| sehen | ||
| denken | ||
| bringen | ||
| studieren |
Präfixe
Bei trennbaren Präfixen steht ge zwischen Präfix und Stamm, bei aufstehen also aufgestanden. Bei untrennbaren Präfixen fällt ge weg, etwa bei bekommen, vergessen und entlassen. Diese Unterschiede sind für das Partizip II besonders wichtig, weil die Form direkt vom Verbaufbau abhängt.
| Art | Form | Beispiel | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Trennbar | aufgestanden | ||
| Untrennbar | bekommen | ||
| Untrennbar | vergessen | ||
| Trennbar | aufgegangen |
Zeitformen
Partizip II verbindet sich mit Hilfsverben zu Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II. Das Perfekt bildet man mit Präsens von haben oder sein plus Partizip II, das Plusquamperfekt mit dem Präteritum des Hilfsverbs und das Futur II mit werden plus Partizip II und Infinitiv des Hilfsverbs. Die Wahl von sein oder haben hängt vom Verb ab und kann in einzelnen Fällen variieren.
| Zeitform | Struktur | Beispiel |
|---|---|---|
| Perfekt | ||
| Plusquamperfekt | ||
| Futur II |
Passiv
Im Vorgangspassiv steht werden mit Partizip II und beschreibt eine Handlung im Verlauf. Im Zustandspassiv steht sein mit Partizip II und beschreibt das Ergebnis oder den Zustand nach der Handlung. Beide Formen sind zentral für Vorgangspassiv und Zustandspassiv und helfen beim Vergleich von Aktiv oder Passiv.
| Form | Struktur | Beispiel |
|---|---|---|
| Vorgangspassiv | ||
| Zustandspassiv | ||
| Vergleich |
Adjektivisch
Partizipien können wie Adjektive vor einem Nomen stehen und werden dann wie Adjektive dekliniert. Partizip I betont dabei oft eine aktive oder gleichzeitige Eigenschaft, Partizip II häufig ein Ergebnis oder eine bereits abgeschlossene Handlung. In Partizipialkonstruktionen verdichten sie ganze Nebensätze, etwa in verkürzten Formulierungen mit Ursache, Zeit oder Begleitumständen.
| Idee | Beispiel |
|---|---|
Wichtige Formen
Zu den früh wichtigsten Formen gehören die häufigen starken Verben sehen, gehen und kommen sowie die sehr häufigen schwachen und gemischten Verben machen, spielen, denken und bringen. Ihre Partizipien erscheinen in Alltagssprache, in Zeitformen und im Passiv besonders oft. Wer diese Formen sicher erkennt, kann zusammengesetzte Strukturen schnell und korrekt bilden.
| Verb | Partizip II | Beispiel |
|---|---|---|
| sehen | ||
| gehen | ||
| kommen | ||
| machen | ||
| bringen |
Zusammenfassung
Partizip I beschreibt meist gleichzeitige oder andauernde Vorgänge und wird aus Stamm plus end gebildet. Partizip II zeigt bei schwachen, starken, gemischten, trennbaren und untrennbaren Verben unterschiedliche Bildungsweisen und bildet zusammen mit Hilfsverben die Formen von Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II. Außerdem steht es im Vorgangspassiv und Zustandspassiv sowie als Adjektiv und in verdichteten Partizipialkonstruktionen. Besonders wichtig sind die häufigen Formen gesehen, gegangen, gemacht, gedacht, gebracht und studiert, weil sie in der Alltagssprache ständig erscheinen.