Plusquamperfekt
Deutsch Plusquamperfekt: Das Tempus der Vorvergangenheit. Lerne die Bildung, Verwendung und Beispiele des Plusquamperfekts im Deutschen.
Zeitwert
Das Plusquamperfekt drückt aus, dass ein Ereignis vor einem anderen vergangenen Ereignis abgeschlossen war. Es steht meistens zusammen mit dem Präteritum oder Perfekt, das den späteren Vergangenheitszeitpunkt markiert. Das Plusquamperfekt ist die Vorvergangenheit in einer Erzählung oder einem Bericht. Es beantwortet die Frage: Was war schon passiert, bevor etwas anderes passierte?
Bildung
Das Plusquamperfekt wird mit dem Präteritum von haben oder sein als Hilfsverb und dem Partizip II des Vollverbs gebildet. Das Hilfsverb steht konjugiert, das Partizip II steht am Satzende. Welche Sätze haben oder sein wählen, folgt denselben Grundregeln wie beim Perfekt. Das Plusquamperfekt ist eine zusammengesetzte Zeitform und braucht immer beide Teile.
| Regel |
|---|
Hilfsverbwahl
Sein steht im Plusquamperfekt typischerweise bei Verben der gerichteten Bewegung und bei Verben, die eine Zustandsänderung ausdrücken. Haben steht bei transitiven Verben, bei den meisten intransitiven Verben und bei Reflexivkonstruktionen. Einige Verben können je nach Bedeutung das Hilfsverb wechseln, weil sich der Satzkern ändert. Die Wahl des Hilfsverbs im Plusquamperfekt folgt denselben Prinzipien wie im Perfekt.
| Wort/Phrase | Definition |
|---|---|
| war gegangen | |
| war geblieben | |
| hatte gemacht | |
| hatte geschlafen | |
| hatte sich erinnert |
Satzstellung
In Aussagesätzen steht das Hilfsverb im Präteritum an zweiter Position, das Partizip II steht am Satzende. In Nebensätzen steht das Hilfsverb typischerweise am Ende vor dem Partizip II. Im Plusquamperfekt trägt das Hilfsverb die grammatische Markierung für Person und Numerus. Die Satzrahmenstruktur bleibt gleich wie bei anderen zusammengesetzten Zeiten.
| Regel |
|---|
Zeitverknüpfung
Das Plusquamperfekt wird verwendet, wenn zwei vergangene Ereignisse zeitlich geordnet werden und das frühere Ereignis hervorgehoben werden soll. Typische Kontexte sind Erzählungen, Berichte und Begründungen mit nachdem, weil, als oder bevor. Oft steht das spätere Ereignis im Präteritum oder Perfekt, das frühere im Plusquamperfekt. Das Plusquamperfekt markiert nicht Dauer, sondern Vorzeitigkeit gegenüber einem vergangenen Bezugspunkt.
| Wort/Phrase | Definition |
|---|---|
| nachdem | |
| als | |
| bevor | |
| schon |
Kernformen
Die häufigsten Formen im Plusquamperfekt sind hatte und war in den verschiedenen Personen. Das Partizip II bleibt unverändert und trägt die lexikalische Bedeutung. Unregelmäßige Verben bilden das Präteritum des Hilfsverbs und das Partizip II nach den bekannten Mustern. Die sichere Beherrschung der Kernformen erhöht die Verständlichkeit in typischen Erzählkontexten.
| Subjekt | Form |
|---|---|
| ich | |
| du | |
| er/sie/es | |
| wir | |
| ihr | |
| sie/Sie | |
| ich | |
| du | |
| er/sie/es | |
| wir | |
| ihr | |
| sie/Sie |
Zusammenfassung
Das Plusquamperfekt bezeichnet ein abgeschlossenes Ereignis vor einem anderen vergangenen Ereignis. Es wird mit hatte oder war und dem Partizip II gebildet. Die Wahl des Hilfsverbs richtet sich nach denselben Regeln wie im Perfekt. Typische Kontexte sind Erzählungen mit zeitlicher Ordnung von zwei Vergangenheiten. Die zentrale Struktur ist: Subjekt – Hilfsverb im Präteritum – Satzteile – Partizip II am Ende.