Haben
Lerne das Grundverb HABEN. Verstehen Besitz, Alltagssituationen und die Bildung des Perfekts mit Haben. Praxisübungen, Beispiele und Tipps.
Grundbedeutung
Haben drückt in seiner Grundbedeutung Besitz, Zugehörigkeit und Verfügbarkeit aus. Es verbindet ein Subjekt mit etwas, das es besitzt, nutzt oder zur Verfügung hat. In festen Wendungen beschreibt es außerdem Zustände, Bedürfnisse und Gefühle, wie sie etwa in Hilfsverben und beim Perfekt wichtig werden.
Präsens
Im Präsens ist haben das häufigste Verb für Gegenwart und allgemeine Aussagen. Es erscheint auch in vielen festen Wendungen und in der gesprochenen Sprache oft gekürzt. Die Formen müssen sicher beherrscht werden, weil haben als Hilfsverb und Vollverb sehr oft vorkommt.
| Person | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | ||
| du | ||
| er sie es | ||
| wir | ||
| ihr | ||
| sie Sie |
Präteritum
Das Präteritum von haben ist im Erzählen und in schriftlichen Texten sehr wichtig. Es beschreibt einen früheren Besitz, eine frühere Situation oder einen früheren Zustand. Zusammen mit dem Perfekt zeigt es, dass haben selbst regelmäßig und stark gebraucht wird.
| Person | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | ||
| du | ||
| er sie es | ||
| wir | ||
| ihr | ||
| sie Sie |
Perfekt
Das Perfekt bildet haben mit dem Partizip II gehabt. Bei haben selbst steht also das Hilfsverb haben noch einmal im Perfekt, weil es das Vollverb trägt und gleichzeitig die Zeitform bildet. Viele andere Verben bilden das Perfekt mit Sein, deshalb lohnt sich der Vergleich mit Perfekt.
| Person | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | ||
| du | ||
| er sie es | ||
| wir | ||
| ihr | ||
| sie Sie |
Plusquamperfekt
Das Plusquamperfekt beschreibt einen Zustand oder Besitz, der vor einem anderen vergangenen Zeitpunkt lag. Es bildet sich mit hatte und dem Partizip II gehabt. Diese Form ist besonders nützlich, wenn zwei Vergangenheiten klar voneinander unterschieden werden müssen.
| Person | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | ||
| du | ||
| er sie es | ||
| wir | ||
| ihr | ||
| sie Sie |
Futur
Das Futur I bildet haben mit werden und dem Infinitiv haben. Es beschreibt eine Erwartung, eine Vermutung oder eine Zukunftssituation. Das Futur II nutzt werden, gehabt und haben und drückt aus, dass etwas in der Zukunft bereits abgeschlossen sein wird.
| Person | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | ||
| du | ||
| er sie es | ||
| wir | ||
| ihr | ||
| sie Sie |
Konjunktiv
Der Konjunktiv I mit habe, habest und habe wird vor allem in der indirekten Rede gebraucht. Der Konjunktiv II mit hätte, hättest und hätte drückt Irrealität, Höflichkeit oder einen unerfüllten Wunsch aus. Beide Formen zeigen, dass haben nicht nur Besitz, sondern auch Abstand, Möglichkeit und sprachliche Feinheit ausdrücken kann.
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | ||
| du | ||
| er sie es | ||
| wir | ||
| ihr | ||
| sie Sie |
Imperativ
Der Imperativ erscheint bei haben als kurze Aufforderung in der zweiten Person Singular und Plural sowie in der Höflichkeitsform. Die Formen sind knapp und direkt, daher stehen sie oft in klaren Anweisungen oder festen Wendungen. Das Partizip I habend ist selten und wirkt schriftsprachlich oder gehoben, während das Partizip II gehabt sehr häufig ist.
| Form | Verb | Beispiel |
|---|---|---|
| du | ||
| ihr | ||
| Sie | ||
| Partizip I | ||
| Partizip II |
Haben zu
Haben zu plus Infinitiv beschreibt eine formelle Pflicht oder Notwendigkeit. Im heutigen Sprachgebrauch klingt diese Konstruktion oft amtlich oder schriftlich, während im Alltag meist müssen verwendet wird. Die Bedeutung ist daher eng mit Verpflichtung verbunden, nicht mit Besitz.
| Idee | Beispiel |
|---|---|
| Formelle Pflicht | |
| Schriftlicher Stil | |
| Alltagssprache |
Feste Wendungen
Haben bildet viele sehr häufige Wendungen mit Nomen, die einen Zustand oder ein Bedürfnis ausdrücken. Diese Verbindungen sind im Alltag wichtig und gehören zum Grundwortschatz. Sie zeigen, dass haben weit über Besitz hinausgeht.
| Wort oder Ausdruck | Definition | Beispiel |
|---|---|---|
| Man empfindet starken Appetit. | ||
| Man möchte etwas trinken. | ||
| Man fühlt sich unsicher oder erschrocken. | ||
| Man möchte etwas tun. | ||
| Man ist nicht beschäftigt. | ||
| Die eigene Aussage ist richtig. | ||
| Etwas geht gut aus oder man hat günstige Umstände. | ||
| Man ist stark beschäftigt. | ||
| Man besitzt oder verfügt über etwas. | ||
| Man ist nicht beschäftigt oder nicht beteiligt. |
Gebrauch
Haben ist eines der zentralen Verben des Deutschen und dient als Vollverb, Hilfsverb und Träger vieler fester Wendungen. Es erscheint im Präsens, in den Vergangenheitsformen, im Futur und in den Konjunktiven und verbindet dabei Besitz, Zustand, Pflicht und Ausdruck. Für sichere Grammatik sind besonders die Hilfsfunktion im Perfekt, die Verbindung mit sein bei anderen Verben und die formelle Konstruktion haben zu plus Infinitiv wichtig.